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Am Strand von New Orleans

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Beitrag  Simulacrum Di Nov 16 2010, 16:14

Am Strand von New Orleans Rosh-h10
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Beitrag  Lorcan Mi Nov 24 2010, 13:16

coming from: Straßen von New Orleans

Kaum am Strand angekommen, atmete Lorcan erst einmal tief durch. Die herrliche Luft befreite ihn innerlich sprichwörtlich. Kurz überlegte er, ob er seinen MP3-Player einstöpseln sollte, ließ es aber dann zugunsten dem Gekreisch der Möwen und dem kontinuierlichen Rauschen des Meeres bleiben. Er hielt sich nicht lange mit irgendwelchen Lockerungsübungen auf, die an einer Tafel abgebildet waren, sondern startete gleich los. Zuerst lief er noch gemütlich, sog die Umgebung förmlich in sich auf, dann aber steigerte er langsam sein Tempo. Ihm war durchaus bewusst, dass er die Blicke so mancher Läuferinnen auf sich zog, ignorierte diese aber. Er war nicht der Typ, der schnell Bekanntschaften schloss. Nach einer Weile verfiel er wieder in eine gemächlichere Geschwindigkeit, es verlangte einem viel mehr ab, abwechselnd schnell und langsam zu laufen. Als er in diesem Tempo eine kurze Strecke zurückgelegt hatte, blickte er auf seine Armbanduhr. Er war jetzt seit gut zwanzig Minuten unterwegs, Zeit für eine kurze Pause. Vor allem aber war der Strandabschnitt, an dem er sich gerade befand, verantwortlich für die Unterbrechung. Der Platz hier war einfach faszinierend. Ein hoher, dunkler Felsen unterbrach den kilometerlangen, weißen, feinen Sandstrand. Die Wellen donnerten gegen das schwarze Gestein, aus dem schon vor langer Zeit ein Durchgang heraus gebrochen worden war. Anscheinen schien aber noch niemand entdeckt zu haben, was sich hinter einem schmalen Spalt zwischen den Felsen und dem erdigen Steilhang daneben verbarg. Seit Jahren kehrte er immer wieder hierher zurück, einfach nur, weil es ihn wie magisch immer wieder herzog. Er wandte sich rasch um, um zu sehen, ob Personen in der Nähe waren. In einem unbeobachteten Moment schlüpfte er in den für normale Menschen kaum sichtbaren Riss im Gestein. Drinnen war es dämmrig, doch da er ein Feuerdämon war, stellte dies kein Problem für ihn dar. Seine Augen erfassten rasch die kleine Höhle. Seit er das letzte Mal hier war, hatte niemand den geheimen Platz entdeckt. Der Boden der Höhle befand sich nur knapp über dem Meeresspiegel, und in der Mitte war ein großes Loch, das einen Durchgang zum Meer bildete. Das Wasser stand nur wenige Zentimeter unter dem Bodenniveau der Höhle. Lorcan lächelte. Hier fühlte er sich wirklich wohl. Durch einen Riss irgendwo in der Decke sickerten ein paar träge Sonnenstrahlen und tauchte die gesamte Szenerie in ein unwirkliches Licht. Vor vielen Jahren hatte es ein Erdbeben gegeben, die Höhle war dadurch zum Glück nicht beschädigt worden, doch unter dem Felsen, im Meer hatte sich einiges getan. Bei einem Tauchgang hatte er eine Handvoll kostbarer alter Goldmünzen gefunden, die er seither wie einen Schatz hütete. Allein durch ihr Alter trugen sie eine Magie in sich, die man für bestimmte Sprüche nutzen konnte. Lorcan hielt die Münzen gut versteckt, niemand wusste von ihnen. Bevor er Anstalten machte, wieder hinaus auf den Strand zu gehen, warf er nochmals einen Blick zurück. Vorsichtig schielte er durch einige Grasbüschel, die den Eingang von außen etwas verdeckten. Als gerade niemand in der Nähe war, huschte er wieder hinaus. Draußen trafen ihn sofort die kräftigen Strahlen der Frühlingssonne und zauberten erneut ein Grinsen auf sein Gesicht. Wer ihn so gut gelaunt sah, hätte ihn ihm niemals einen der gefährlichen Krieger der Dämonen-Legion vermutet. Der Feuerdämon war ein Mann voller Gegensätze, unerbittlich im Kampf und andererseits, wenn er sich außerhalb der Legion befand, überaus höflich zu (beinahe) allen, die ihm begegneten. Seine oft eigenbrötlerische Ader stand ebenfalls entgegen seinem jetzt empfundenen sonnigen Gemüt. Während er langsam wieder los lief, summte er wieder das Armee-Lied. Tapp tapp, Schritt für Schritt, jeder linke Schritt ein Paukenschlag. Ganz in Gedanken versunken legte er Meter um Meter, Abschnitt für Abschnitt zurück.
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Beitrag  Befana Mo Nov 29 2010, 20:09

cf: Der Dämonenmarkt


Befana schloss die Augen, während sie Balthasar durch das Portal folgte. Sie hasste dieses gleißend helle Licht, welches in den Portalen die Augen blendete und darin schmerzte. Doch hätte sie die Augen offen gelassen, hätte sie gemerkt, dass sie dem Dämon längst nicht mehr folgte.

Auf einmal wurde es wieder dunkler um sie herum, Tageslicht, welches im vergleich des Lichtes des Portals die reinste Erlösung war.
Sie öffnete die Augen und schaute sich etwas verwirrt um.Sie war an einem Strand gelandet. Perplex ging sie einen Schritt zur Seite, als zwei Kinder lauthals lachend auf sie zukamen und sie umzurennen drohten.
Die Dämonin verdrehte die Augen, wo war sie hier bloß gelandet. Sie ging ein paar Schritte weiter und schaute sich nach Balthasar um, doch nirgends war eine Spur von ihm, er war also nicht hier gelandet. Wie war das Möglich? Hatte sie einen der berüchtigten Rissen in den Portalen erwischt? Das durfte doch einfach nicht wahr sein, sie war hier an diesem blöden Strand, während derjenige, den sie verfolgen sollte bestimmt kilometerweit von ihr entfernt war, bestimmt war er nicht einmal in der selben Stadt wie sie gelandet. Sie lauschte den Gesprächen der Menschen, die hier vereinzelt anzutreffen waren, sie redeten Englisch.
Heftig blies sie die Luft aus und blickte sich erneut etwas unbeholfen um. Wenn Cane mitbekommen hatte, was ihr passiert war, war er in diesem Moment schon auf der Suche nach ihr, um sie zu töten. Das würde ihr gerade noch fehlen. Cane konnte es nicht ausstehen, wenn seine Aufgaben nicht erfüllt wurden, da würde er sogar seine engsten Bekannten töten, wenn er sie als Unnütz ansehen würde und eine Dämonin, die in einen Riss im Portal rennt, die würde er hundertprozentig als Unnütz erachten. Also musste sie ab nun auf sich aufpassen, darauf achten, dass er sie nicht fand, bis sie Balthasar endlich wieder gefunden hatte.
Doch so eilig war es ihr damit nicht. Sie musste zugeben, dass sie es schon etwas spannend fand, dass sie hier gelandet war. Noch nie zuvor war sie in der Menschenwelt, hatte alles immer nur aus Erzählungen anderer Dämonen, die schon hier waren, gehört. Und was sie sah, war ihr nicht gänzlich unangenehm. Nur die Menschen um sie herum, die sie mit fragenden und unsicheren Blicken musterten, störten sie. Sie mussten wohl instinktiv merken, dass sie nicht in ihre Welt gehörte, wenn sie an ihnen vorbei lief, traten viele einen Schritt zur Seite, dass sie ihr nicht zu nahe kamen.
Sie ging zum Meer, streckte prüfend einen Fuß hinein. Seltsam, es kam ihr gar nicht kalt vor.
„Wie ist die denn angezogen,“ hörte sie die Stimme einer jungen Frau, die gerade an ihr vorbei lief und lachte.
Befana zog ihre Augenbrauen hoch und schaute an sich herunter. Sie war wirklich etwas overdressed für einen Strand, aber es war auch nicht ihr Ziel hier her zu kommen. Das war ihr auch noch nie passiert, irgendwo falsch gekleidet zu sein und damit auf negative Weise aufzufallen.
Ihr Blick glitt zu einem Mann, der gerade zwischen den Felsenspalten einer Höhle verschwand, ehe sie ihn richtig erkannt hatte. Doch obwohl sie ihn nicht richtig gesehen hatte, spürte sie, das er anders war als die anderen hier.
Langsam schritt sie auf die Höhle zu, wartete, bis er endlich wieder heraus kam und seinen Weg fortzuführen schien.
Leisen Schrittes folgte sie ihm, er war ganz eindeutig auch ein Dämon, das erkannte sie sofort.
Sie fragte sich, was ihn hierher geführt hat, so mitten in die Menschenwelt.
Als sie nah genug an ihm dran war, räusperte sie sich, um auf sich aufmerksam zu machen.
Ohne auf seine Reaktion zu warten, fragte sie: „Darf ich erfahren, was du hier machst?“
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Beitrag  Lorcan Di Nov 30 2010, 19:44

Kaum hatte er sich ein paar Schritte von dem Felsengebilde entfernt, vernahm er ein Räuspern hinter sich. Und gleich darauf eine Frage: "Darf ich erfahren, was du hier machst?" Lorcan wandte sich um. Er hatte ihre Anwesenheit knapp vor dem Räuspern gespürt, aber nicht reagiert. Er wollte lieber abwarten, was sie wohl tun würde. Aufmerksam blickte er sie an. Irgendwie kam sie ihm bekannt vor, doch momentan konnte er ihr Gesicht nicht zuordnen. Definitiv war sie jedoch eine Dämonin. Sie war hübsch und schien sich nicht mit irgendwelchen Höflichkeiten herumschlagen zu wollen. Ihre Kleidung war nicht unbedingt strandtauglich, aber vielleicht hatte sie ja beim Aufstehen noch nicht gewusst, wohin der heutige Tag sie führen würde. "Ich war gerade im Begriff, ein Stückchen zu laufen.", antwortete er ihr vorsichtig, schließlich konnte man nie wissen, wer sie geschickt hatte. Misstrauisch sah er in ihr Gesicht und beschloss schließlich, mit einem kleinen Scherz die Spannung ein wenig abzubauen. "Seid Ihr nicht etwas unpassend gekleidet für einen Vormittag am Strand?" Dazu setzte er eine etwas freundlichere Miene auf, blieb jedoch auf der Hut.

Schon einmal war einem Dämonen in die Falle gegangen. Dieser hatte sich ebenfalls als Frau ausgegeben und Hilflosigkeit vorgetäuscht. Und er, der Damen gegenüber meist freundlicher war als sonst, war blind hineingetappt. Damals war er noch ein sehr junger Dämon gewesen, er hatte noch nicht einmal seine 500 Jahre gehabt. Trotzdem empfand er es als große Dummheit. Da half es auch nichts, dass er den anderen Dämonen nach dessen Enttarnung getötet hatte. Diesen Kampf hätte er beinahe selber nicht überlebt, die Narben konnte man heute noch sehen. Doch es war ihm auf jeden Fall eine Lehre gewesen und so blieb der Feuerdämon ständig auf der Hut. Wenn er ein freundliches Gesicht aufgesetzt hatte, so war es stets nur eine Farce. Selten ließ er die Maske fallen und gab sich so, wie er wirklich war.

Was konnte sie von ihm wollen? Wer könnte sie geschickt haben? Feinde hätte er sich im Laufe seines Lebens zur Genüge gemacht. Oder ... war sie vielleicht rein zufällig hier? Das wäre zwar ein äußerst seltsamer Umstand, aber theoretisch musste es auch in Betracht gezogen werden.

Lorcan sondierte rasch die Lage, für den Fall, dass es zu einem Kampf kommen könnte. Einige Menschen waren in der Nähe. Das war gar nicht gut. Am besten, sie verschwanden erst mal von hier. Ein Stückchen weiter vorne war der Strand nur schwer zugänglich, dort hielt sich auch äußerst selten jemand auf, da die Stelle ziemlich gefährlich werden konnte. Wenn man nicht rechtzeitig vor der Flut bei Ebbe durch das Meer auf den öffentlichen Strand zurück watete, hatte man nicht den Funken einer Chance. Außer man konnte senkrechte Felshänge empor klettern. Oder man war ein Dämon und besaß übermenschliche Kräfte. "Wollt Ihr mich vielleicht ein Stück begleiten?" fragte er sein Gegenüber und hoffte, dass sie zustimmte. Dann konnte er immer noch herausfinden, was für ein Ziel sie verfolgte. Seine Augen ruhten auf ihr und warteten auf ihre Antwort. Würde er eine bekommen? Oder würde sie ihn stattdessen angreifen?
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Beitrag  Befana Di Nov 30 2010, 20:28

Langsam drehte der Dämon sich zu ihr um. Prüfend schaute er sich an, als würde er sich überlegen, ob er sie schon einmal gesehen hatte, dann wanderte sein Blick weiter herunter, zu ihrer Kleidung. Kleine Falten bildeten sich auf seiner Stirn. Genau diese Falten nervten sie, sie wusste schließlich selbst, dass ihre Kleidung nicht passend war. Mal wieder war ihr ihre Eitelkeit im Weg.
„Ich war gerade im Begriff ein Stückchen zu laufen,“ antwortete er ihr schließlich.
„Aha,“ erwiderte sie nur und schaute über ihn hinweg in den Himmel, wo ein paar Möwen laut kreischend umherflogen.
Der Fremde ihr gegenüber schien ihr nicht zu trauen, misstrauisch schaute er sie an. Ihrer Meinung nach war es höchstens er, wieso man misstrauisch sein musste. Es war nicht alltäglich das ein Dämon die Unterwelt verließ, um hier am Strand spazieren zu gehen, Sie fragte sich wieso er sich dafür gerade diesen Ort ausgesucht hatte, was verband ihn damit? Oder war er gar auch nur durch Zufall hier gelandet? Nein, dazu sah er zu entschlossen aus. Sie erwiderte seinen Blick einfach, sagte aber noch nichts.
„Seid ihr nicht etwas unpassend gekleidet für einen Vormittag am Strand?“ fragte er schließlich und schaute sie nun freundlicher an.
Obwohl Befana wusste, dass er damit nur die angespannte Stimmung auflockern wollte, musste sie sich selbst zu einem leichten Grinsen zwingen.
„Scheint so,“ erwiderte sie und fügte nochmals in Gedanken dazu. ,Es war ja auch nicht mein Plan hier zu landen.“

Als sie an ihren ursprüngliche Plan dachte schaute sie sich vorsichtig am Strand um, doch noch immer war von Cane keine Spur, nur ein paar Menschen streiften ihren Blick. Vielleicht hatte sie auch Glück und er hatte es gar nicht bemerkt, dass sie Balthasar aus den Augen verloren hatte oder er hatte genug Vertrauen zu ihr, dass er wusste, dass es nicht lange dauern würde, bis sie ihn wieder gefunden hatte. Wenn sie denn endlich mal anfing ihn zu suchen.
Dann erst fiel ihr ein, dass Cane die Menschenwelt gar nicht betreten konnte. Erleichterung machte sich in ihr breit, doch bereits wenige Sekunden später verstrich sie auch schon wieder, schließlich hatte er genug Untertanen, die er statt seiner schicken konnte, um sie ihm zu bringen oder sie gar umzubringen.
Für einen kurzen Moment machte sich ein Schreck in ihr breit. Was wenn ihr Gegenüber ein Gesandter von Cane war? Aus etwas geweiteten Augen sah sie ihn an, beruhigte sich dann aber wieder. Wäre er ein Diener Canes‘, hätte er sie bestimmt schon längst angegriffen, seine Kompanen waren nicht gerade für ihre Geduld und Behutsamkeit bekannt.

„Wollt ihr mich vielleicht ein Stück begleiten?“ fragte der Dämon.
Befana richtete ihren Blick wieder auf ihn, schaute ihm in die Augen.
„Wollt ihr mir nicht erst einmal Euren Namen verraten?“ konterte sie mit einer Gegenfrage.
Schon seltsam, dass sie nun automatisch auch zum Sie übergegangen war, nachdem sie ihn vorher einfach von oben herab mit Du angesprochen hatte. Doch der Dämon schien einer der Gesitteteren zu sein, wie sie freudig feststellte. 
Obwohl sie selbst ein Dämon war konnte sie diese primitiven Dämonen nicht ausstehen, deren Sprache den schlimmsten Vierteln in Slams der Menschenwelt glich und die den ganzen Tag nichts anderes taten, als sich zu besaufen oder sinnlos Artgenossen zu töten.
Je mehr sie töteten, um so stärker und wichtiger fühlten sie sich, von SItten und Anstand schienen sie noch nie etwas gehört zu haben. Befana verachtete diese Art von Dämonen, sie selbst achtete darauf, alles dafür zu tun, dass sie nicht für eine eben dieser gehalten wurde.
Für einen Dämon war sie sowieso ziemlich friedfertig, es kam so gut wie nie vor, dass sie jemanden grundlos angriff, meist kämpfte sie nur aus Notwehr, wenn jemand sie angriff, oder wenn einer wirklich zu weit ging. Aber wehe jemand trieb es zu weit. Denn wenn sie erst einmal in Rage war, war es schwer, noch vernünftig mit ihr umzugehen, denn als Rache war ihr jedes Mittel recht.

Eine weitere Sache, die sie in den Jahrhunderte, in denen sie nun schon in der Unterwelt lebte, gelernt hatte, war, Fremden nicht blindäugig zu vertrauen. Oder Am besten gleich niemandem zu vertrauen. Anderen zu vertrauen konnte übel enden, wie sie gelernt hatte. Automatisch zog sie ihr Oberteil ein wenig herunter, dass es keinen Blick auf ihre Narbe werfen ließ.
Ihm hatte sie damals vertraut und das war der größte Fehler, den sie ihn ihrem Leben getan hatte. Einmal zu viel vertraut und ihr Körper war für immer entstellt.
Doch wenn dieser Dämon nun vor hatte sie anzugreifen, konnten sie auch nicht hier bleiben, wo sie von den Passanten beobachtet werden konnten.
Doch ihr Gegenüber kam ihr gar nicht so kampflustig vor, eher wirkte er selbst verunsichert, als hätte er Angst vor ihr. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen.
Sie machte ein paar Schritte vorwärts, drehte sich dann nach ihm um.
„Kommt Ihr?“ fragte sie und lächelte ihm zu. 
Sie wollte ihm signalisieren, dass sie nicht vorhatte, ihn anzugreifen, jedoch erfahren wollte, was genau er hier suchte.
„Ihr habt mir außerdem immer noch nicht Euren Namen verraten,“ fügte sie noch hinzu.
Ein Stückchen könnte sie ihn begleiten, vielleicht könnte er ihr später nochmal nützlich sein, es konnte nie falsch sein, neue Bekanntschaften zu schließen. Doch viel Zeit durfte sie mit ihm nicht verschwenden, sie hatte immernoch eine Aufgabe, die erfüllt werden musste, bevor der erste Kopfgeldjäger auf sie wartete.
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Beitrag  Lorcan Di Nov 30 2010, 21:36

Auf seine Frage hin, ob sie nicht vielleicht etwas unpassend gekleidet wäre, antwortete sie nur mit einem knappen „Scheint so.“ Vorsichtig blickte sie sich immer wieder um, als würde sie sich verfolgt fühlen. Seine Frage, ob sie ihn ein Stück begleiten wolle, beantwortete sie mit einer Gegenfrage: „Wollt ihr mir nicht erst einmal Euren Namen verraten?“ Lorcan überlegte einen Augenblick lang, als sie sich schon in Bewegung setzte und ihn lächelnd fragte: „Kommt Ihr?“ Gleich darauf wiederholte sie auch die zuvor gestellte Frage nach seinem Namen. Bevor sie losgegangen war, hatte sie sich das Oberteil beim Bauch hinunter gezogen, doch Lorcan hatte die Narbe, die sie offensichtlich verbergen wollte, vorhin schon gesehen. Er speicherte die Information ab, vielleicht war sie wichtig.

Sie sah zwar friedfertig aus, doch der Eindruck konnte täuschen. Lorcan beschloss, sie auf gar keinen Fall aus den Augen zu lassen. Während er nun ebenfalls einige Schritte machte, fasste er den Entschluss, ihr seinen wahren Namen zu nennen. Noch wusste er ja nicht, ob sie nicht vielleicht doch harmlos war und er schon an Verfolgungswahn litt. „Verzeiht meine Manieren“, antwortete er ihr schließlich, und fuhr fort: „Mein Name ist Lorcan. Doch ich muss anmerken, dass auch Ihr mir Euren Namen nicht genannt habt.“ Innerlich schlug er sich. Immer wieder passierte es ihm, dass er in eine Art altertümliche Ausdrucksweise verfiel, die nicht hilfreich dabei war, nicht aufzufallen. Früher hatte jeder so gesprochen, doch die Zeiten hatten sich geändert und die Sprache wurde immer respektloser. Lorcan sah es zwar nicht gern, doch er wusste auch, dass er mit der Zeit gehen musste, wenn er weitere dreitausend Jahre überleben wollte. Schon viele hatte er gesehen, die geglaubt hatten, sich nicht verändern zu müssen. Nun war keiner mehr von ihnen.

Während er neben der Dämonin herging, musterte er sie verstohlen. Sie hatte keine üble Figur und ihre Bewegungen hatten etwas elegantes an sich. Wenn sie an einer Gruppe Dämonenkrieger vorbei gegangen wäre, hätte sie bestimmt so einige Pfiffe gehört. Doch Lorcan war nicht der Typ für solche Aktionen. Meist saß er im Hintergrund und beobachtete nur. Die meisten seiner Legionskameraden verstanden ihn überhaupt nicht, denn mit seinem Aussehen hätte er ein leichtes Spiel bei den Frauen. In ihren Augen war es dumm von ihm, das nicht auszunutzen. Aber so etwas kam für ihn gar nicht in Frage. Schon oft hatten sie geglaubt, ihn auf diese oder jene aufmerksam machen zu müssen, bloß weil sie hübsch war und ihm begehrliche Blicke zuwarf. Gekonnt ignorierte er das Gerede. Am liebsten hielt er sich sowieso grundsätzlich von den Frauen fern, und daran war nicht nur sein Abenteuer mit der ‚falschen’ Frau schuld. Schon oft hatte er miterlebt, wie sich die gestandensten Krieger plötzlich wie Narren aufführten, bloß weil sie einer Frau nachliefen. Sobald sie die Uniform auszogen, war oft auch die Frau dahin, bereits auf dem Weg zum nächsten Uniformierten. Oder zu einem Höherrangigen. Solche Frauen verachtete er zutiefst. Auch die Männer, die sich mit ihnen abgaben, waren oft keinen Deut besser.
Wenn eine jedoch Ehre zu besitzen schien, behandelte er sie auch dementsprechend. Schon oft hatten seine Kameraden versucht, ihm diese altmodische Einstellung auszureden, doch da war er ein wenig eigen.

Während ihm diese Gedanken durch den Kopf schossen, beobachtete er die Dämonin neben sich aus den Augenwinkeln, um keine unliebsame Überraschung zu erleben. Würde sie ihm ihren Namen verraten? Vielleicht fiel ihm dann auch wieder ein, woher er sie kannte.
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Beitrag  Befana Mi Dez 01 2010, 14:16

Nachdem die Dämonin erneut nach seinem Namen gefragt hatte, drehte sie sich wieder herum und ging ein paar Schritte weiter. Wenn er ihr nicht folgen würde, hätte er eben Pech gehabt.
Doch bereits im nächsten Moment hörte er, wie er ihr folgte.
„Verzeiht meine Manieren“, antwortete er schließlich. „Mein Name ist Lorcan. Doch ich muss anmerken, dass auch Ihr mir Euren Namen nicht genannt habt.“
Befana blieb stehen und wartete, bis er sie erreicht hatte, bevor sie weiterlief.
Seine Ausdrucksweise war noch altertümlich, also musste er selbst schon lange existieren. Und er musste sich schon lange in der Menschenwelt aufhalten, denn in der Unterwelt sprachen eh alle meist nur die Dämonensprache und diese war sowieso zeitlos.
Im Großen und Ganzen war der Unterschied, zwischen der Sprache der Sterblichen und der, der Dämonen wirklich faszinierend. Während die eine zeitlos war und immer die selbe blieb, veränderte sich die andere fast schon von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Wo früher noch Begriffe wie „gut“ „schön“ „erfreuenswert“ hoch angesehen waren, später dann „krass“ und „geil“ unter den jungen Leuten, waren es heute Ausdrücke wie „end porno“ „porno affen geil“. Mit vor Ekel verzogenen Mundwinkeln schüttelte sie diese Gedanken ab. Nein, mit der modernen Sprache der Menschen würde sie sich wohl nie anfreunden können.

Durch ihre Überlegungen hatte sie ganz vergessen, dass sie Lorcan noch nicht geantwortet hatte, immer noch liefen sie schweigend nebeneinander her.
Lorcan, woher der Name wohl stammte?
„Ich heiße Befana,“ antwortete sie endlich.

Je weiter sie auch zusammen liefen, er schien sie nicht aus den Augen zu lassen, er schien ihr wohl immer noch nicht zu vertrauen, dachte wohl noch immer, sie würde ihn jeden Moment angreifen. Wie töricht. Wäre das ihr Plan gewesen, hätte sie es doch schon längst getan.
Wenn man eine Aufgabe hat, hat man keine Zeit um sich mit so Dingen wie Namen nennen aufzuhalten, nein, dann wollte man Taten.
„Haben Sie Angst vor mir?“ fragte sie gerade heraus, als sein Blick gerade mal wieder zu ihr herüber wanderte.
Unwillkürlich musste sie lachen.
„Dafür gibt es keinen Grund, außer Cane hat Sie geschickt,“ ergänzte sie noch.
Erneut huschte auch ihr Blick wieder über den Strand, doch noch immer war kein anderes dämonisches Wesen außer sie beide zu entdecken.
Sie hasste es, wenn sie sich durch jemand anderen so beobachtet fühlte, fast Angst haben musste. Sie schwor sich, dass er dafür zahlen würde. Das musste gerächt werden. Sie behandelte keiner ungestraft wie eine Sklavin. Da konnte sie sonst noch so friedfertig sein gegenüber Unschuldigen, die ihr nichts getan hatten wie dieser Lorcan gerade, aber wenn jemand sie in ihrer Ehre verletzte, konnte sie zur Furie werden.
Dies war wohl eine ganz natürliche Eigenschaft der Dämonen, denn wer wird schon gerne bloß gestellt und sei es nur vor sich selbst?
Einen Auftrag zu erfüllen war eine Sache, dadurch aber Angst bekommen zu müssen vor dem eigenen Tod, wenn man ihn nicht in der Reihenfolge, wie der Auftraggeber ihn erteilt erfüllt, eine ganz andere.
Aber nun brachte es nichts, sich über eine angemessene Rache für Cane Gedanken zu machen.
Eher wollte sie nun mehr über Lorcan erfahren.
„Also, da Sie nun wissen, dass Sie nichts zu befürchten hast, wie ich doch hoffe, wollen Sie mir nicht etwas mehr über sich erzählen, wo sie herkommen, was sie normalerweise so machen? Ach, und wollen wir nicht endlich dieses Sie lassen?“ fügte sie noch hinzu, wenn sie gerade schon einmal dabei war.

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Beitrag  Lorcan Do Dez 02 2010, 19:35

Nach einiger Zeit nannte sie ihm ihren Namen. Befana. Innerlich traf es ihn wie einen Peitschenschlag, äußerlich war er bemüht, sich keine Regung anmerken zu lassen. Befana. Tochter des Baal. Jetzt wusste er auch wieder, woher er sie kannte. Ihr Vater war der oberste Befehlshaber über die Dämonen-Legionen. Was tat sie hier? Hatte er sie geschickt? Andererseits, warum sollte er sich für ihn interessieren? Lorcan konnte sich keinen Reim darauf machen. Noch während er überlegte, unterbrach sie mit einer Frage seine Gedanken. "Haben Sie Angst vor mir?" Sie lachte kurz auf und fuhr dann fort: "Dafür gibt es keinen Grund, außer Cane hat Sie geschickt." Eigentlich fürchtete er sich nicht vor ihr, doch er konnte ihr nicht trauen. Und wer war Cane? Hatte sie Angst vor ihm? Vor wem fürchtete sich eine Tochter des Baal? Lorcan beschloss, sie danach zu fragen. Gerade als er in Gedanken eine Frage zu formulieren versuchte, die sich nicht allzu neugierig oder aufdringlich anhörte, sprach sie weiter. "Also, da Sie nun wissen, dass Sie nichts zu befürchten hast, wie ich doch hoffe, wollen Sie mir nicht etwas mehr über sich erzählen, wo sie herkommen, was sie normalerweise so machen? Ach, und wollen wir nicht endlich dieses Sie lassen?" Nein, eigentlich wollte er ihr ganz und gar nichts über sich erzählen, und schon gar nicht, wo er herkam oder was er normalerweise machte. Vielleicht wollte sie ihn nur aushorchen. Das 'Sie' konnten sie ruhig wegfallen lassen, aber der erste Teil ihrer Aussage war für Lorcan eher ein Tabu-Thema.

"Nun, das 'Sie' können wir gern weglassen, Befana.", gab er ihr zur Antwort. Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: "Wer ist Cane? Und warum sollte er mich geschickt haben?" Während er auf ihre Antwort wartete, überlegte er, was er ihr auf ihre Frage nach seiner Herkunft und nach seinem Tun antworten könnte. Auf gar keinen Fall würde er ihr die Wahrheit erzählen. Zumindest nicht die ganze Wahrheit. Am besten, er blieb nah dran, verriet aber nicht zu viel.

Mittlerweile war ihr oder besser gesagt, sein Ziel in greifbare Nähe gerückt. Allerdings mussten sie durch das knietiefe Wasser waten, um in die geschützte Bucht zu gelangen. Er wusste nicht so recht, ob da mitspielen würde. Und eigentlich, bisher hatte sie noch nichts getan, das Bösartiges vermuten ließ. "Möchtest du hier weitergehen? Da vorne", er wies mit der Hand in die Richtung, "befindet sich eine kleine, abgeschiedene Bucht. Allerdings müssten wir durch das Wasser, um hinein zu gelangen. Anders geht es hier nicht mehr weiter." Das stimmte. Es gab nicht einmal einen Pfad, der über die Felswände und die steile Böschung zur oben verlaufenden Straße führte. "Oder wir kehren um.", schlug er ihr dann noch vor. Ihm war es egal, er war, obwohl etwas aus der Übung, immer noch gut in Form und könnte noch so einige Kilometer zurück legen, ohne einen Muskelkater befürchten zu müssen. Bei der Armee hatte er Märsche von einigen Tagen hinter sich gebracht. Selbst wenn er in seiner kargen Freizeit in den Wäldern Kuthagracht's unterwegs war, legte er auch oft weite Strecken ohne Pause zurück. Die Tatsache, dass sie nun mehr oder weniger vor dem Ende des Strands standen, holte ihn in die Gegenwart zurück. "Nun?", fragte er Befana.
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Beitrag  Befana Fr Dez 03 2010, 21:39

Als Befana ihren Namen nannte, schien sich Lorcans Gesichtsausdruck für eine zehnten Sekunde zu verändern, ihr schien es, als hätte sie einen erschrockenen Glanz in seinen Augen gesehen, bevor er sich schnell wieder bemühte, es zu verdecken. Bestimmt fiel ihm nun ein, dass sie die Tochter des Baals war. Befana war nicht gerade stolz darauf, wenn man sie so erkannte. Sie hatte zwar keine Probleme mit ihrem Vater und ihrer Herkunft, nein, das gewiss nicht, sie war schon irgendwie stolz auf ihre Herkunft, doch sie wollte nicht nur deswegen respektiert sein, weil sie eben die Tochter des Dämons des Chaos‘ war. Vielmehr wollte sie respektiert und geachtet werden, weil sie sie selbst war, wer wollte schon auf ewig im Schatten seiner Eltern stehen?

„Nun, das ,Sie‘ können wir gern weglassen, Befana,“ erwiderte er inzwischen auf ihre weiteren Fragen, doch auf ihre weitere Frage ging er nicht ein.
Das wundert die Dämonin nicht sonderlich, auch sie war nicht gewillt, einem Fremden gleich alles über sich erzählen. Doch sie dachte, dass wenn sie erst einmal mehr über ihn wusste, dass sie dann die Gewissheit hätte, dass er nicht von Cane geschickt wurde.
"Wer ist Cane? Und warum sollte er mich geschickt haben?" fragte Lorcan stattdessen.
Befana atmete etwas zu laut aus.
„Du bist mir ja einer,“ sagte sie. „Selbst willst du mir nichts über dich erzählen, aber über mich willst du was erfahren?“.
Sie musterte ihn von der Seite. Bisher war ihr gar nicht aufgefallen, dass er im Prinzip ein gutaussehender Mann war, wenn sein Gesicht auch eine gewisse Eigenart besaß. Doch seine Augen verriten fiel über ihn, in ihm schien noch einiges mehr zu stecken, als man es offensichtlich sah. Das gefiel der Dämonin. Oft langweilte sie sich bereits nach einigen Worten in der Anwesenheit einer Person, wenn diese zu durchschaubar war, oder einfach nicht viel zu bieten hatte. Richtig interessant waren doch sowieso nur die Charaktere, die man nicht so schnell durchschauen kann, die mehr in sich bergen, als sie es am Anfang preis geben, über die man immer wieder Neues erfährt, anstatt gleich am Anfang alles zu wissen und danach dann nicht einmal mehr Gesprächsstoff zu haben.

Wieder liefen sie eine Weile schweigend nebeneinander her. Befana war sich nicht sicher, ob sie ihm von Cane erzählen sollte, noch konnte sie nicht sicher sein, dass er nicht doch zu ihm gehörte. Was, wenn er sie diesmal aushorchen musste? Wenn er herausfinden sollte, was sie über ihn dachte, ob sie es wert war, weiterhin in seinen Diensten zu stehen? 
Doch wenn se behutsam an die Sache heran ging, nicht mehr als nötig verriet, könnte sie somit auch herausfinden, ob er ihn wirklich nicht kannte, wie er gerade vorgab.
Auf einmal blieb Lorcan stehen, sein Blick glitt über das Meer. Automatisch blieb auch die Dämonin stehen und schaute ihn erwartend an. Waren sie hier etwa angekommen, wollte er hier hin? Doch sie sah nichts anders als den Strand und das Meer, nichts anderes als auch schon zuvor.
„Möchtest du hier weiter gehen, da vorne,“ er wies mit der Hand in Richtung des Meeres, „befindet sich eine kleine, abgeschiedene Bucht. Allerdings müssten wir durch das Wasser, um hinein zu gelangen. Anders geht es hier nicht mehr weiter. Oder wir kehren um.“
Befana versuchte, in der Weite die Bucht zu erkennen, doch sie sah nichts weiter als das tobende Meer. Ihr Blick glitt auf ihre feine, schwarze Jeans, die sie trug. Sie würde bestimmt hinüber sein, wenn sie mit ihr durch das Wasser watete. Doch andererseits war sie nun neugierig auf diese Bucht, von der er sprach. Ob es da wohl noch etwas besonderes gab?

"Nun?" hakte er in diesem Moment noch einmal nach.
Sie beschloss das Risiko einzugehen.
Während sie durch das Wasser schritten, beschloss die Dämonin, ihm von Cane zu erzählen.
„Auf deine Frage zu Cane,“ fing sie ihre Erklärung an.
„Er ist ein ziemlich bedeutender Dämon und bekannt für seine wechselnde Laune, wenn ihm etwas nicht passt ist er also bekannt dafür, den Dämon, der seine Muissgunst auf ihn gezogen hat einfach zu töten, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ein Dämon von der übelsten Sporte also. Leider kam ich eines Tages in den zweifelhaften ,Genuss‘, mir von ihm das Leben retten zu lassen und seitdem schulde ich ihm etwas. Nun hatte er mir eine Aufgabe gegeben und ja... das Ziel meiner Aufgabe habe ich leider aus den Augen verloren, denn hier am Strang zu landen war garantiert nicht meine Absicht. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Cane seine Diener ausschickt, um nach mir zu suchen, wenn ich den Dämon, den ich bespitzeln soll, nicht bald wieder finde. Aber keine Angst, dieser Dämon bist nicht du. Ich kannte dich echt nicht, bevor ich dir hier zufällig begegnet bin.“
Als sie ihre Erklärung beendet hatte, hätte sie sich am liebsten auf die Lippen gebissen. Nun hatte sie ihm doch alles erzählt, auch, wie sie über ihren Auftraggeber dachte. Nun konnte sie wirklich nur noch hoffen, dass er nichts mit ihm zu tun hatte. Fast etwas ängstlich wartete sie seine Reaktion ab.
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Am Strand von New Orleans Empty Re: Am Strand von New Orleans

Beitrag  Lorcan Sa Dez 04 2010, 17:54

"Du bist mir ja einer, selbst willst du mir nichts über dich erzählen, aber über mich willst du was erfahren?", hatte sie ihm auf seine Frage nach Cane geantwortet. Endlich hatten sie nun die Stelle erreicht, an der sie durchs Wasser mussten. Befana hatte sich für die Bucht entschieden. Während sie durch das Wasser gingen, fing sie plötzlich an, von diesem ominösen Cane zu erzählen.

"Er ist ein ziemlich bedeutender Dämon und bekannt für seine wechselnde Laune, wenn ihm etwas nicht passt ist er also bekannt dafür, den Dämon, der seine Missgunst auf ihn gezogen hat einfach zu töten, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ein Dämon von der übelsten Sporte also. Leider kam ich eines Tages in den zweifelhaften ,Genuss‘, mir von ihm das Leben retten zu lassen und seitdem schulde ich ihm etwas. Nun hatte er mir eine Aufgabe gegeben und ja... das Ziel meiner Aufgabe habe ich leider aus den Augen verloren, denn hier am Strang zu landen war garantiert nicht meine Absicht. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Cane seine Diener ausschickt, um nach mir zu suchen, wenn ich den Dämon, den ich bespitzeln soll, nicht bald wieder finde. Aber keine Angst, dieser Dämon bist nicht du. Ich kannte dich echt nicht, bevor ich dir hier zufällig begegnet bin."

Lorcan ließ ihre Worte auf sich wirken. Sie arbeitete also als Spionin für diesen Cane, jagte Leute und nun war sie selber zur Gejagten geworden. Nun würde er noch besser acht geben auf das, was er ihr erzählte. Nachdem er eine Zeit lang geschwiegen hatte, sagte er: "Ich kenne diesen Cane nicht, und ich habe auch nichts zu schaffen mit ihm." Lorcan dachte weiter nach. War dieser Dämon, den sie verfolgen sollte, in der Menschenwelt? Das würde erklären, warum sie in dieser Kleidung am Strand war. Allerdings hatte er vorhin keinen anderen Dämonen außer ihr gespürt, diese Tatsache rückte ihre Geschichte in kein gutes Licht.

Endlich wurde das Wasser wieder seichter, und der Strand rückte näher. Von hohen Felsen umschlossen und nur vom Meer aus zugänglich, war die Bucht ein wahrhaft seltsamer Ort. "Vorsicht, hier sind öfters Sandlöcher!", rief er Befana zu. Wenn sie in eines dieser 'Löcher' trat, würde sie unweigerlich ins Nass fallen. Sie waren eine Laune der Natur, die Lorcan am Strand von New Orleans bisher nur hier gesehen hatte. Kaum versperrten die Felsen den Blick auf den öffentlichen Strand drehte er sich zu ihr um. Da sie nun außer Sichtweite der Menschen waren, konnten sie auch offen sprechen. "Warum bist du wirklich hier, Befana? Am Strand vorhin war kein weiterer Dämon, außer dir." Er blickte sie ernst an. Wenn man ihn anlog, konnte er ziemlich ungemütlich werden. Das hatten schon so einige zu spüren bekommen.

'Wirklich, Soldat. Ich halte hier niemanden versteckt. Schon gar keine Aufständischen! Diese Narren!' 'Wir müssen das Haus trotzdem durchsuchen. Wir haben unsere Befehle.' 'Ich schwöre es bei meinem Leben!' Kurz nach diesem Wortwechsel hatten seine Männer die versteckte Zwischendecke gefunden. 'Was ist nun, schwörst du noch immer?' 'Das ist nur ein alter Stauraum, da ist niemand versteckt! Nur Truhen voll altem Gewand und solchem Zeugs!' Die Soldaten hatten die Truhen nicht einmal berührt, als schon die Deckel aufflogen und die darin Versteckten angriffen. Eine sinnlose Tat, natürlich waren sie den kampferprobten Legionären weit unterlegen gewesen. 'Und nun?' 'Ich wusste nichts davon!' 'Ach, ein Dämon, der nicht merkt, wenn sich jemand in seinem Haus versteckt?' 'Sie haben mich erpresst!' Aha, Änderung der Taktik. 'Erpresst haben sie dich? Eine jämmerliche Ausrede.' 'Bitte, bitte tötet mich nicht!' 'Elend, warum hast du gelogen?' 'Ich hatte Angst!' 'Vor wem? Vor uns oder vor denen? Glaubst du wirklich, wir kämen grundlos in dein Haus?' Da keine Antwort kam, fuhr er fort 'Hättest du zumindest die Wahrheit gesagt, wärst du gestorben. Da du aber gelogen hast, wird dein Tod ein schmerzvoller sein.' Die Kreatur wimmerte, doch der Soldat ließ sich davon nicht erweichen. 'Habt ihr alles durchsucht?' 'Ja, nichts gefunden.' 'Gut. Raus.' Dann wandte er sich wieder dem Feigling zu. 'Du bleibst hier.' Mit wenigen Gesten hatte er um die Gestalt einen Ring aus Feuer errichtet, der nicht zu durchbrechen war. Danach hatte er das Haus angezündet. Natürlich hätte er dem Dämonen auch einen schnellen Tod schenken können, doch für Feiglinge hatte er nicht sehr viel übrig. In der Nacht dann war ihm sein 'Opfer' wieder untergekommen, das taten sie jedes Mal. Immer wieder kehrten sie zu ihm zurück, besuchten ihn in seinen Träumen.
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Beitrag  Befana So Dez 05 2010, 10:21

Nachdem Befana ihre Erklärung beendet hatte, schwieg Lorcan. Er sah nachdenklich aus. Würde er ihr überhaupt glauben schenken? Doch wenn nicht konnte es ihr auch egal sein. Was störte sie es, wenn dieser Dämon ihr misstraute?
Sie versuchte es zu ignorieren, wie sich das Wasser mehr und mehr durch ihre Kleidung stahl und sie beschwerte, dass das Laufen schwerer fiel durch das zusätzliche Gewicht des Wassers. Schon seit Ewigkeiten war sie nicht mehr mit Kleidung durchs Wasser gelaufen, das letzte Mal, als sie noch ein Kind war und ihrem damaligen Nachbar nachrannte, da er ihr Dolch geklaut hatte, den sie auf der Fensterbank von außen vergessen hatte.


„Ich kenne diesen Cane nicht und ich habe auch nichts zu schaffen mit ihm,“ sagte Lorcan schließlich. Doch so recht zufrieden war sie damit nicht, schließlich könnte er ihr das auch einfach nur erzählen, um ihr Vertrauen zu gewinnen, nur um danach unerwartet zuzuschlagen und sie in ihrer Überraschung so zu treffen, dass sie sich m entscheidenden Moment nicht einmal wehren könnte.

Während sie weiter liefen erkannte Befana endlich den Strand, der wohl ihr Ziel war. Es war wirklich eine nette, kleine Bucht. Vielleicht hatte die Menschenwelt doch weitaus mehr zu bieten, als sie es bisher dachte. Trotzdem hatte sie nicht vor länger als nötig hier zu bleiben. Ein Blick zurück verriet ihr, dass der Strand, von dem sie kamen, inzwischen in weite Ferne gerückt war. Niemand mehr würde sie von dort nun noch sehen. Das hieße auch, dass die Situation nun brenzliger wurde, wenn hier hätte der Dämon keine Probleme, sie anzugreifen, hier waren sie aus der Sicht der Menschen. Ob er sie wohl deswegen hier her gebracht hatte, in eine Falle gelockt hatte? Doch auch wenn es so sein sollte, gegen sie kam er sowieso nicht an. Mit dieser Einsicht ging sie entspannt weiter.

„Vorsicht, hier sind öfters Standlöcher“, warnte Lorcan sie.
„Danke,“ erwiderte sie nur knapp und passte nun mehr auf ihre Schritte auf.
Sie hatte wahrlich wenig Lust, gleich noch ganz nass zu werden.
"Warum bist du wirklich hier, Befana? Am Strand vorhin war kein weiterer Dämon, außer dir." wollte Lorcan wissen.
Er glaubte ihr also doch nicht. Da sprach sie schon einmal die Wahrheit und man glaubte ihr trotzdem nicht. Verächtlich schnaubte sie aus.
„Ich habe dir schon erzählt, wieso ich hier bin,“ meinte sie.
„Das der andere Dämon nicht hier ist, liegt daran, dass sein verdammtes Portal einen Riss hatte. Du kannst aber auch gerne mit mir auf die Suche nach Balthasar gehen, wenn du mir dann glaubst.“
Eine Weile schwieg sie, hörte dem Rauschen des Meeres zu, dann ergänzte sie noch: „Aber eigentlich ist es mir egal, wenn du mir nicht glaubst. Ich habe die Wahrheit gesagt, ich habe nichts zu befürchten.“

Unbeirrt setzte sie ihren Weg fort, achtete nicht mehr darauf, ob Lorcan ihr folgte. Sie war es nicht gewohnt, dass man ihr gegenüber so misstrauisch war und es gefiel ihr nicht. Sie hätte ihm alle möglichen Geschichten auftischen können, lauter Lügen. Sie hätte ihm wirklich Angst machen können, hätte sie nur behauptet, dass ihr Vater ihn suchte und sie sein Lockvogel war. Aber stattdessen sagte sie ihm die Wahrheit, die dieser dumme Dämon nicht einmal zu schätzen wusste.
Wusste er überhaupt, mit wem er sich anlegen würde, sollte die Situation doch noch eskalieren? Ihre Kräfte waren bekannt, durch sie hatten die meisten Dämonen Respekt vor ihr, manche fürchteten sie sogar.
Sie schaute wieder zu ihm.
„Wenn du an meinen Worten zweifelst, dann sag mir, was du vermutest, wieso ich hier bin? Sag mir, was es mir bringen würde, dich zu belügen?“
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Beitrag  Lorcan Mo Dez 13 2010, 18:44

Auf seine Frage, warum sie wirklich hier sei, reagierte sie beinahe ein wenig aggressiv. Aber sie erklärte ihm, dass das Portal des von ihr verfolgten Dämonen einen Riss aufwies und sie deshalb hier gelandet sei. Als Abschluss fügte sie noch hinzu, dass es ihr eigentlich egal sei, ob er ihr glaubte oder nicht.

Wenn es ihr wirklich egal war, warum erläuterte sie ihm dann die Umstände so genau? Plötzlich fuhr sie ihn an: „Wenn du an meinen Worten zweifelst, dann sag mir, was du vermutest, wieso ich hier bin? Sag mir, was es mir bringen würde, dich zu belügen?“ Lorcan dachte nach. „Vielleicht wirst du auch für etwas anderes bezahlt?“, gab er ihr schließlich zur Antwort. Nach diesen Worten entfernte er sich etwas von ihr. Er hatte die Bucht nicht nur wegen der Abgelegenheit aufsuchen wollen, sondern auch wegen etwas anderem. Vor einiger Zeit hatte er hier nämlich seltsame Abdrücke im Sand entdeckt. Das Wesen, das diese Spuren hinterließ, stammte ganz bestimmt nicht aus der Menschenwelt. Die Tatsache, dass er die Fährte hier gefunden hatte, machte ihn misstrauisch und deshalb wollte er kontrollieren, ob frische Spuren hinzugekommen waren. Mit den geübten Augen eines Soldaten suchte er den Strand ab. Ein Stück weiter hinten konnte er verdächtige Vertiefungen wahr nehmen. Aber er konnte nicht hingehen, ohne Befana den Rücken zuzuwenden. Entweder sie begleitete ihn oder ... Er versuchte es mit Ersterem. „Befana. Darf ich dir etwas zeigen? Ich würde gerne wissen, was du davon hältst.“ Ob sie die Abdrücke erkannte? Außerdem war er auf ihre Meinung gespannt. Wenn sie das gleiche dachte wie er, konnte das ziemlich gefährlich werden für die Menschenwelt. Mit einem Cérao war nicht zu spaßen. Bei einem kurzen Aufenthalt in der Elfenwelt war er einem dieser Wesen begegnet. Sie ernährten sich hauptsächlich von Fleisch, dabei war es ihnen egal, wer der Spender war. Am liebsten verspeisten sie ihre Opfer bei lebendigem Leib. Ihrer Lebensweise angepasst, besaßen sie mächtige Krallen und Reißzähne. Rein äußerlich ähnelten sie einem Dämonen, doch ihr Gehirn war kaum größer als das eines Huhns. Schon so manche Dämonen hatten versucht, sich einen Cérao als Haustier zu halten, doch es war keinem geglückt. Sobald die Viecher die Elfenwelt verließen, starben sie. Wie war es einem gelungen, in die Menschenwelt zu entkommen und vor allem, wie konnte er hier überleben? Er musste ihn aufspüren und vernichten, bevor die Menschen auf das Monster aufmerksam wurden. Während er auf Befana wartete, ließ er sich ihre Worte noch einmal durch den Kopf gehen. Vielleicht würde er ihr doch die Wahrheit sagen. Einfach nur, um zu sehen, wie sie darauf reagierte.

„Ich habe jemanden getötet. Seinen Freunden hat das wohl nicht so gefallen und sie haben Leute nach mir ausgesandt. In die Menschenwelt ist bisher allerdings noch keiner von ihnen gekommen.“ In der Menschenwelt sollten sie ihn normalerweise auch nicht aufspüren können, dank eines kleinen Tricks seines Generals. Das verschwieg er der Dämonin aber. „Ich wollte dich nicht beleidigen, aber du verstehst bestimmt, dass ich vorsichtig sein muss.“ Was würde sie nun denken? Wie würde sie reagieren?

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Beitrag  Befana Mi Dez 15 2010, 21:55

Als Befana ihren Redeschwall beendet hatte schwieg sie einige Sekunden, fast peinlich berührt. Was hatte sie denn dazu getrieben, dem fremden Dämon überhaupt so präzise zu Antworten? Schließlich hatte sie nichts falsch gemacht, es gab also nichts, was sie zu rechtfertigen hatte.
„Vielleicht wirst du auch für etwas anderes bezahlt?“ gab Lorcan in diesem Moment zu bedenken.
Kurz nachdem er die Frage gestellt hatte entfernte er sich ein paar Schritte von ihr. Etwas verwirrt schaute sie ihm nach, wirklich schlau wurde sie aus dem Dämon nicht. Einerseits war er so misstrauisch, schien hinter allem einen bösen Komplott zu befürchten, aber andererseits wirkte er, als wäre er derjenige, der etwas zu verschweigen hatte. In diesem Moment fragte sie sich auch, ob er wirklich nur aus gegebenem Anlass hier her wollte, oder ob er hier etwas zu verbergen hatte? Aber wäre sie ihm dabei dann nicht im Weg? Vielleicht sollte sie ab nun etwas besser auf sich aufpassen.

„Befana. Darf ich dir etwas zeigen? Ich würde gerne wissen, was du davon hältst.“
Lorcans Stimme riss sie aus ihren Überlegungen.
„Was?“ fragte sie erstaunt und schaute auf den Abdruck, den er ihr zeigte.
Die Dämonin legte ihre Stirn in Falten. Irgendwo hatte sie so etwas schonmal gesehen. Sie versuchte sich die Erinnerung ins Gedächtnis zu rufen.
„Oh!“ stieß sie aus, als es ihr endlich wieder einfiel.
„Also das war entweder ein sehr ..äh.. seltener Dämon, aber ich befürchte ja fast, dass es ein Cérao war.“
Befana schluckte. Wenn dies wirklich von einem dieser Wesen stammte, konnte dies definitiv nichts Gutes bedeuten. Die Céraos verließen unter normalen Umständen niemals die Elfenwelt, schon alleine aus dem Grund, dass sie starben, sobald sie in einer anderen waren. Wenn es welche tatsächlich geschafft hatten sich der Natur ihrer Wesen zu widersetzen und auf der Erde, weit weg von der Elfenwelt, zu überleben, dann konnte dies ziemlich gefährlich werden. Nicht nur für die Menschen, die sowieso schwach und hilflos waren, selbst für die Dämonen.
Sie trat einen Schritt näher zu dem Abdruck, beugte sich über ihn, um ihn genauer betrachten zu können. Von nahem stellte sich schon einmal heraus, dass er zu keinem Dämon gehören konnte. Außer da ging bei der Geburt wirklich etwas schief, aber das war erstmal unwahrscheinlich.

Sie drehte sich wieder Lorcan zu, wollte ihn weiteres wegen den Spuren fragen, doch er schien mit seinen Gedanken bereits wieder wo ganz anders zu sein. Nachdenklich schaute er sie an. Er versuchte also immernoch herauszufinden, ob er ihr vertrauen konnte oder nicht. Befana verdrehte die Augen. Dafür hatte sie nun wirklich keine Zeit. Sie musste ihre Zeit nutzen, um schnellstmöglich diesen Balthasar zu finden und nicht, um einen misstrauischen Dämon von ihr zu überzeugen. Doch vielleicht konnte er ihr später bei der Hilfe behilflich sein? Ihn kannte Balthasar nicht, bei ihr bestand die Gefahr, dass er sie auf dem Dämonenmarkt bereits erkannt hatte. Wenn sie Lorcan also dazu bringen könnte, ihren Köder zu spielen.....
Doch weiter kam sie in ihrem Plan nicht, der Dämon hatte wieder das Wort ergriffen.

„Ich habe jemanden getötet. Seinen Freunden hat das wohl nicht so gefallen und sie haben Leute nach mir ausgesandt. In die Menschenwelt ist bisher allerdings noch keiner von ihnen gekommen.Ich wollte dich nicht beleidigen, aber du verstehst bestimmt, dass ich vorsichtig sein muss.“

Befana ließ seinen Worten Revue passieren, nachdem er sie ausgesprochen hatte. Er hatte also jemanden getötet. Aber taten das Dämonen nicht ständig? Sie könnte spontan auch zwei drei Namen von Toten nennen, die auf ihr Verschulden gingen. Aber wenn man dann natürlich den Falschen erwischte, dessen Anhänger dann auf einen lauerten, war das Pech.
„Hm, dann sind wir momentan gar nicht so verschieden,“ sagte sie schließlich.
„Wir beide stecken in einer ziemlich doofen Situation. Ich bin jedenfalls nicht geschickt worden, um jemanden zu finden, der einen umgebracht hat, sondern um einen zu finden, den jemand umbringen will. Hätte Cane mir doch damals nur nicht das Leben gerettet, dann...“
In diesem Moment wurde ihr klar, dass sie schon wieder viel zu viel gesagt hatte.
Sie schaute Lorcan an, ihren Plan von zuvor im Hinterkopf behaltend. Wenn er ihr helfen könnte, könnte sie im Gegenzug ihm helfen. Sie musste sich nur noch überlegen, wie sie das am besten formulieren könnte.
Auf einmal nahm sie ein Geräucht von weiter weg wahr. Schnell schoss ihr Kopf in die Richtung, aus dem es kam. Das Einzige, woran sie noch denken konnte war, dass der Besucher hoffentlich keiner von Canes Anhängern war und auch bitte keiner von den Lorcans‘.
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Beitrag  Mariketa Favell Do Dez 16 2010, 17:57

Cf.: Haus von Lunara und Mariketa

„Sag mal, wohin fahren wir eigentlich, Schätzchen?“ Mariketa zuckte erschrocken zusammen, als Andrej’s laute Stimme durch das kleine Auto gellte und sogar die Musik übertönte, die sie aufgedreht hatte, um mitzusingen, da gerade ihr Lieblingssong im Radio lief. Unglücklicherweise war sie gerade so in dem Song vertieft gewesen, das sie vor Schock das Lenkrad drehte und beinahe auf die Gegenfahrbahn gekommen wäre. Doch glücklicherweise kam ihr gerade in diesem Moment kein anderes Auto entgegen. Nur der Fahrer hinter ihr, hupte entrüstet.
When I see your face there's not a thing that I would change …
Sie atmete mehrmals ein und aus, um sich wieder einigermaßen zu beruhigen, bevor sie den Geist auf dem Beifahrersitz böse anfunkelte. Als sie wieder nach vorne schaute, verdrehte sie die Augen, damit er es nicht sah. Manchmal war er recht schnell beleidigt, deshalb unterließ sie es tunlichst, ihm zu sagen, dass er nervt. Auch wenn er es dauernd tat! Und irgendwann reichte es wirklich!
Her lips, her lips I could kiss them all day if she'd let me …
Sie schaltete das Radio etwas leider. „Was machst du hier? Und wie kommst du so plötzlich in mein Auto?“, fragte sie ihn gereizt. Andrej wollte gerade seinen Mund öffnen um zu antworten, als sie ihn brüsk unterbrach. „Ach vergiss es! Ich möchte einmal einen ganz normalen Tag verbringen. Ohne Dämonen, Magie und unsichtbare Nervensägen!“ Neben ihr wurde es merklich still. Sekunden vergingen, bis sie wieder den Blick von der Straße zog und ihn ansah. Er hatte seine Arme verschränkt und schaute beleidigt aus dem Fenster. Noch einmal vergingen einige Sekunden, biss er das Wort ergriff. „In Ordnung, hab’s kapiert. Ich sehe dich dann zu Hause wieder. Bis dann.“ Und weg war er. Verblüfft schaute sie auf den leeren Sitz. Mari hätte niemals damit gerechnet, das der Geist so schnell aufgab. Eher hätte sie mit Wiederstand, Heulkrämpfen und der Drohung, er würde Nachts bei ihr rumspuken und sie so um ihren Schlaf bringen. Doch das er – das erste Mal seit sie ihn kannte – einfach ohne Murren verschwand, war eine Premiere!

Inzwischen fuhr sie die Küstenstraße entlang und links sah man das tosende Meer. Einige Surfer und Segelboote sah man als weiße oder bunte Farbtupfer auf der sonst dunkelblauen Oberfläche. Auch der endlose Strand war gut besucht, doch Mari kannte eine entlegene Bucht, die die Touristen und so mancher Einheimischer nicht kannte. Da sie aber nicht mit dem Auto in der Nähe parken konnte, so fuhr sie mit ihrem weißen New Beetle Cabriolet auf dem öffentlichen Strandparkplatz, was nicht so einfach war, da alles überfüllt war. Doch sie schaffte es – wie wusste sie hinterher auch nicht – sich noch dazwischen zu quetschen ohne einen Blechschaden oder Kratzer zu verursachen. Aus dem Kofferraum holte sie ihre große Tasche, setzte die Sonnenbrille auf und stapfte los.
Zuerst ging sie den ganz normalen Trampelpfad entlang, der auch zu dem Touristenstrand führte, doch nach einigen Metern, musste man ihn verlassen und einen kleineren, versteckten folgen, der Richtung Wald führte. Leider waren ihre dünnen Ballerina‘s nicht geeignet für diesen holprigen, mit Steinen übersäten Weg. Im Wald war es angenehm kühl und sie ging etwas gemütlicher. Ein paar Mal blieb sie stehen, um Kräuter zu sammeln, die sie für ihre Tränke gut gebrauchen konnte. Mari freute sich schon darauf, allein und ohne nervige Touristen - oder Geister -, zu sonnen. Völlig in Gedanken vertieft schritt sie aus dem Dickicht heraus umso gleich auf zwei Fremde zu stoßen.
„Entschuldigt, ich wusste nicht, dass hier noch jemand ist.“ Sie sah die beiden genauer an. Der Mann war groß und sehr gut gebaut. Und auf einer faszinierende Art sehr gutaussehend. Schnell sah sie weg und betrachtete seine Begleiterin. Sie war etwas größer als sie und ebenfalls sehr attraktiv. Mariketa wunderte sich, dass sie die beiden hier noch nie gesehen oder getroffen hatte. Bisher war sie immer der Ansicht gewesen, nur sie kannte die versteckte Bucht. Da hatte sie sich wohl getäuscht. Sie zog einen leichten Schmollmund.
Sie sah ich um. Dann kam ihr plötzlich ein Gedanke und sie wurde etwas rot. „Oh, entschuldigt…ich ähm…wollte euch nicht bei irgendetwas stören…“ stammelte sie verlegen und ging rückwärts wieder Richtung Wald zurück. „Ich gehe sofort und…ähm ja…vergessen das alles.“
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Beitrag  Lorcan Do Dez 16 2010, 20:11

Befana antwortete ihm, dass sie gar nicht so verschieden waren, der einzige Unterschied war, dass sie jemanden suchte, der erst töten würde. Im selben Atemzug erzählte sie, dass dieser Cane ihr einmal das Leben gerettet hatte. Aha, jetzt erklärte sich so einiges. Sie war ihm wohl jetzt einen ziemlich großen Gefallen schuldig. Lorcan überlegte. Er könnte ihr helfen. Dann würde sie in seiner Schuld stehen, und Verbündete konnte er in seiner momentanen Situation gut gebrauchen. Vor allem welche, die sich ungehindert in der Dämonenwelt fortbewegen konnten. Er musste nicht mehr lange darüber nachdenken. Die Verbindung konnte für ihn nur von Nutzen sein, und auch sie würde davon profitieren. Während er überlegte, wie er Befana den Vorschlag am besten unterbreiten konnte, nahm er ein Geräusch wahr. Es klang, als würde jemand näher kommen. Befana schien es ebenfalls gehört zu haben, denn auch sie blickte angespannt in Richtung des Gestrüpps am Rande der Felsen. Kurz darauf trat eine junge Frau hervor. Als sie die beiden Dämonen erblickte, sah sie ein wenig verwundert aus. „Entschuldigt, ich wusste nicht, dass noch jemand hier ist.“, sagte sie. Der Aussage folgte eine Musterung seiner Person und dann kam die Wetterdämonin an die Reihe. Weder Lorcan noch Befana erwiderten sofort etwas, und die Blondine lief plötzlich rot an. Lorcan musste sich ein Schmunzeln zwanghaft verkneifen, er wusste genau, was sie jetzt von ihnen dachte. Schon entschuldigte sie sich noch einmal und als Draufgabe sagte sie noch, sie wolle nicht bei irgendetwas stören. Lorcan betrachtete sie genauer. Sie war glühend rot geworden, das war ja süß. Rücklings ging sie wieder retour. „Ich gehe sofort und ... ähm ja .... vergesse das alles.“ Nun ließ der Feuerdämon das Lächeln zu und schielte kurz zu Befana hinüber, um ihre Reaktion zu sehen.

„Ein wenig nervös, junge Dame?“, fragte er sie und trat ein paar Schritte näher an sie heran. Sollte er ihr irgendeine Schauergeschichte über die Bucht erzählen? Wenn hier wirklich das Cérao öfter vorbei kam, befand sie sich in Gefahr. Andererseits, wenn er sie in ihrem Glauben ließ, dass er und Befana ...., dann würde sie sich bestimmt auch nicht mehr so schnell hier blicken lassen. Natürlich würde das nur mit Befanas Hilfe funktionieren – ob sie da mitspielte? Soweit konnte Lorcan die Dämonin noch nicht einschätzen. Er wandte rasch den Kopf zu ihr um und hob die Augenbrauen bedeutsam. Jetzt konnte er nur hoffen, dass sie sich auskannte. Dann musterte er die junge Frau ausgiebig. Sie war hübsch, doch am Strand war sie ihm noch nie aufgefallen, und in der Bucht hatte er bisher auch noch nie irgendwelche Spuren menschlichen Ursprungs bemerkt. „Kommen Sie öfters hierher? Ich habe Sie noch nie hier gesehen.“ Dann schwieg er wieder. Sollte Befana doch erklären, wenn sie wollte. Frauen konnten so etwas sowieso besser. Er sagte bestimmt etwas Falsches und dann würde sie sich noch bestimmt noch blöder vorkommen. Rhetorik war noch nie seine große Stärke gewesen, und schon gar nicht bei Frauen. Sie legten seine Worte immer ganz anders aus, als er sie gemeint hatte und drehten ihm die Worte förmlich im Mund um. Da sagte er lieber gar nichts, als sich in irgendetwas hineinzureden.
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Beitrag  Befana Sa Dez 18 2010, 14:35

Die entstandene Anspannung ließ schnell nach, als Befana sah, wie eine blondhaarige Frau zu ihnen trat. Die Frau war zweifellos eine Hexe und gehörte auch noch zu der Guten Seite, das spürte sie schon rein aus ihrer Aura heraus. Sie rümpfte leicht die Nase.
Gelassen stand die Dämonin da und musterte die Hexe einfach nur. Ob sie sie wohl auch als Dämonen erkennen würde? Im Notfall machte sie sich schon einmal bereit, sie zu töten, sollte es von Nöten sein, sollte sie sie in irgendeiner Weise angreifen wollen. Aber was würde sie denn sonst tun, wenn sie herausfinden würde, dass sie es hier mit Dämonen zu tun hatte? Die Taten der Guten waren doch jedes Mal gleich, total langweilig und vorhersehbar.
„Entschuldigung, ich wusste nicht, dass hier noch jemand ist,“ sagte die Hexe nun und schaute erst zu ihr, dann hinüber zu Lorcan.
Befana beobachtete jede Regung in ihrem Gesicht, immer darauf bedacht den Moment zu erkennen, in dem sie sie erkannte. Oder... vielleicht kannte sie sich mit der bösen Seite gar nicht aus. Nicht jede Hexe hatte in ihrem Leben bisher viel Kontakt mit Dämonen, also woher wollte sie wissen, dass es bei dieser anders war? Schließlich schien sie hier in der Menschenwelt zu leben, sonst wäre sie hier nicht so selbstverständlich unterwegs.
Als die Hexe endlich den Blick von Lorcan abwand und sie anschaute, funkelte sie sie böse an.
Genau das schien sie falsch zu verstehen, auf einmal schaute sie sich um und wurde rot.
„Oh, entschuldigt…ich ähm…wollte euch nicht bei irgendetwas stören…“ stammelte sie nun und machte ein paar Schritte rückwärts, als wollte sie gleich wieder gehen.
Befana zog amüsiert ihre Augenbrauen hoch. Die Hexe hielt sie also für ein Liebespaar, welches sich für irgendwelche Sachen hier her zurück gezogen hatte.
Wäre sie nicht schon genervt genug über die Ankunft der Hexe, da sie somit noch mehr Zeit verschwendete und Lorcan in ihrer Gegenwart auch nicht um Hilfe bitten konnte, hätte sie nun glatt gelacht über diese Törichtigkeit.
„Ich gehe sofort und…ähm ja…vergessen das alles.“ setzt die Hexe noch drauf.
Ihr Blick glitt zu Lorcan, der in diesem Moment auch gerade zu ihr herüber schaute.

„Ein wenig nervös, junge Dame?“ fragte dieser und ging ein paar Schritte auf sie zu.
,Junge Dame?‘ Befana war etwas verwundert. Erkannte er etwa nicht, dass er eine Hexe vor sich hat, noch dazu eine, die auf der guten Seite stand? Oder machte es ihm einfach nichts aus? Ihr verkrampfte sich auf jeden Fall der Magen allein bei dieser Erkenntnis. Sie konnte noch nie viel mit der guten Seite anfangen.
Und solangsam hatte sie auch keine Lust mehr auf dieses Spielchen, irgendwie musste sie es schnell zu Ende bringen. Wenn sie der Hexe wohl ihr wahres Ich zeigte, würde sie dann schnell wieder abhauen? Oder würde sie so dumm sein und sie angreifen? Wenn sie sie angreifen würde, würde dies ihr Tod bedeuten, aber das konnte sie ja nicht wissen. Die Dämonin war stark in Versuchung der Hexe mal einen Teil ihrer Kräfte vorzuführen, es könnte doch sicherlich nicht schaden, wenn sie auf einmal bei warmen Sonnenschein anfing zu frieren und es sich nicht einmal erklären konnte wieso. Doch das wäre unklug, solange sie sie nicht als Dämonin erkannte, so lange konnte sie ihr auch nichts anhaben. Also hielt sie sich zurück und schaute sie nur verachtend an.

Ihre Aufmerksamkeit wurde auf Lorcan gezogen, als dieser sie anschaute und seine Augenbrauen hob. Im ersten Moment schaute sie ihn mit zusammengekniffenen Augen an, doch dann verstand sie. Wieso war sie denn nicht gleich darauf gekommen?! Wenn sie das Spielchen, welches die Hexe angefangen hatte einfach durchzogen, dann würde die Hexe von alleine gleich wieder verschwinden. Denn sie hätte bestimmt keine Lust einem Liebespaar beim Akt zuzuschauen. Doch irgendetwas in der Dämonin weigerte sich, ihr etwas vorzuspielen. Sie hatte ihren Stolz, musste sich also nicht vor kleinen guten Hexen verstellen, nur, um einem Kampf zu entgehen. Andererseits konnte sie, wenn sie endlich verschwunden war, Lorcan endlich um Hilfe bitten und ihre Aufgabe zu Ende bringen. In diesem Moment fragte sie sich, wieso sie diesen Cane nicht einfach selbst umbringen konnte, anstatt sein mieses Spiel mitzuspielen. Aber dazu hatte sie dann doch zu viel Gewissen. Das wäre einfach nicht fair, denjenigen zu töten, der einem selbst das Leben gerettet hatte, auch wenn er es auch nur aus egoistischen Gründen getan hatte.
Aber diese Hexe zu töten, damit hätte sie kein Problem. Je weniger Gute es auf der Welt gab, desto besser.

„Kommen Sie öfters hierher? Ich habe Sie noch nie hier gesehen.“ fragte Lorcan die Hexe.
Befana verdrehte genervt die Augen. Gefiel sie ihm etwa? Typisch Männer. Vielleicht sollte sie ihn doch nicht um Hilfe bitten, wenn er bereits bei einer Hexe, die einigermaßen anschaulich war, versagte.
Dem musste nun wirklich ein Ende gesetzt werden.

Die Dämonin kam ein paar Schritte auf die beiden zu und legte ihren Arm locker auf Lorcans Schulter. Sie schaute die Hexe herausfordernd an.
„Macht‘s die denn Spaß zu stören?“ fragte sie und ergänzte noch in einem spöttischen Ton: „Oder schaust du nur gerne zu? Also mir wäre es egal.“
Sie zog die Augenbrauen hoch und legte ihren Kopf auf Lorcans Schulter. Wenn sie Hexe nun nicht abhauen würde, dann wusste sie auch nicht. Außer, sie würde sie endlich als Dämonen erkennen und würde denken, sie muss sie deswegen angreifen.
Innerlich musste sie sich beherrschen nicht loszulachen, sie fand die Situation einfach zu komisch und sie musste sich eingestehen, dass es ihr Freude bereitete, die Hexe zu ärgern. Durch ihren Übermut war es ihr in diesem Moment auch egal, was Lorcan davon hielt, ob ihm die harmlosen Berührungen denn zu viel waren.
Immernoch schaute sie die Hexe an, halb herausfordernd, halb amüsiert.
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Beitrag  Mariketa Favell Mo Dez 27 2010, 16:26

Mariketa musterte die beiden zaghaft, jedoch genau. Irgendetwas war komisch an ihnen, doch ihr wollte partout nicht einfallen, was es war. Der Mann schien ja noch recht sympathisch und nett aussehen, doch seine Freundin war….unheimlich. Ihr Blick huschte zu ihr rüber und sie zuckte erschrocken zusammen. Dieser Blick war einfach böse! Was habe ich ihr denn bitteschön getan? War sie sauer, dass sie ihr intimes Zusammensein gestört hatte? Na das ließ sich ändern. Langsam ging sie rückwärts, um den Strand zu verlassen und sich eine andere verlassene Bucht zu suchen. Schritt für Schritt wich sie in Richtung Wald zurück und war kurz davor, schleunigst ihre Beine in die Hand zu nehmen und davon zustürmen.
Plötzlich lachte der Mann schallend. Perplex hielt sie an. Lachte er sie etwa aus? Stirnrunzelnd beobachtete sie, wie er kurz zu der brünetten Frau rüber schielte, dann ein paar Schritte auf sie zu schritt. „Ein wenig nervös, junge Dame?“, fragte er sie. Seine Freundin war ihm einen verwirrten Blick zu. Ohoh! Auf ein Eifersuchtsdrama hatte sie wahrlich gerade keine Lust!
„Nervös? Wohl kaum! Eher peinlich berührt, schließlich habe ich sie bei ihrem heimlichen Schäferstündchen gestört.“ antwortete sie schnell. Vielleicht ein wenig zu schnell. Erneut wurden ihre Wangen heiß und Mari senkte schnell ihren Kopf. Manchmal entschlüpften ihr Wörter, die sie lieber nicht aussprechen sollte.
Er hob einer seiner Augenbraue, dann wanderten seine Augen ausgiebig über sie. Mari durchfuhr dabei ein Schauer. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht! Ich sollte schleunigst abhauen, dachte sie und hätte es auch gemacht, wenn der Fremde sie nicht erneut eine Frage gestellt hätte. „Gelegentlich“, antwortete sie ihn knapp und zuckte mit ihren Schultern. Was interessierte ihm das? Dieser Teil war für jeden öffentlich zugänglich. „Außerdem, wie können sie wissen, ob sie mich nicht schon einmal gesehen haben? Vielleicht können sie sich nur nicht mehr daran erinnern. Ich merke mir auch nie alle Gesichter, die ich treffe.“ Die junge Hexe runzelte die Stirn und schob sich die blonden Haare aus dem Gesicht, die der Wind dorthin geweht hatte.
Dann schritt die Frau auf sie beide zu und legte besitzergreifend den Arm um seine Schulter und schaute Mariketa herausfordernd an. „Macht‘s die denn Spaß zu stören?“, fragte sie überaus giftig. „Oder schaust du nur gerne zu? Also mir wäre es egal.“
Mariketa erbleichte und sie konnte selbst hören, wie ihr Atem stockte. Ihr blieb im wahrsten Sinne der Mund offen stehen. „Wwwas…?“ brachte sie stotternd heraus, bevor sie ihn flugs wieder schloss. Was war das denn für eine durch geknallte Tussi?
Langsam wurde Mari wütend. Was bei ihrer sonnigen, liebenswerten Art eher selten vorkam. Doch auch ihr riss irgendwann ihr Geduldsfaden! Vorallem ließ sie sich nicht beleidigen!
Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust zusammen. Als sie anfing zu sprechen klang ihre Stimme kalt und im ersten Moment erkannte sie sie nicht wieder. „Passen sie bloß auf, wie sie mit mir reden, sie garstiges Biest! Ich habe ihnen nichts getan und sie beide zu stören, war nicht meine Ansicht. Doch mir zu unterstellen, ich spanne gerne andere Pärchen aus, ist die Höhe!“ schrie sie aufgebracht, sie wusste nicht, was von alledem sie wütender machte. Doch dann grinste Mari. Sie lehnte sich noch näher zu ihr hinüber. „Vielleicht tun sie das ja gerne“, ihr Blick glitt geringschätzig über ihr Outfit, „so wie sie aussehen.“
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Beitrag  Lorcan Mo Jan 03 2011, 11:05

Befana reagierte auch sogleich auf seine gehobenen Augenbrauen und kam zu ihm. Sie legte ihm den Arm um seine Schultern und fragte die Blonde, ob es ihr denn Spaß mache, zu stören. Oder ob sie vielleicht einfach nur gern zusehe. Ihr, Befana, wäre es egal. Lorcan musste Acht geben, dass er nicht zu lachen begann. Eigentlich war es ziemlich gemein von Befana, aber andererseits war die Situation auch irgendwie zu komisch. Als sie ihren Kopf an seine Schulter legte, verging ihm der Wunsch, zu lachen, aber sogleich. Sicher, es trug zum Spiel bei, aber so wohl fühlte er sich dabei nicht. Gingen sie dabei nicht vielleicht ein bisschen zu weit? Denn wenn ihr Gegenüber wirklich nur gelegentlich, wie sie sagte, hierher kam, dürfte sie auch jetzt bestimmt so einige Zeit nicht mehr her kommen. Nach dieser Aktion hier auf jeden Fall. Dann dachte er wieder an ihre andere Aussage, dass sie sich auch nie alle Gesichter merken konnte, die sie sah. Wenn er es sich recht überlegte, klang das schon ein wenig aufmüpfig. Nun musste er doch lachen. Zwei gefährliche Dämonen spielten Scharade, um eine kleine Hexe vom Strand zu vertreiben. Interessiert verfolgte er ihre Antwort auf Befanas Aussage. Zunächst schien sie nicht zu wissen, was sie darauf sagen sollte, doch dann schien sie richtig wütend zu werden. „Passen sie bloß auf, wie sie mit mir reden, sie garstiges Biest! Ich habe ihnen nichts getan und sie beide zu stören, war nicht meine Ansicht. Doch mir zu unterstellen, ich spanne gerne andere Pärchen aus, ist die Höhe!“ Danach unterstellte sie genau das Befana, denn „wie sie aussah, tat sie das wohl gerne.“ Lorcan legte seinen Arm um Befana und zog sie noch ein Stückchen fester an sich. Warnend hatte er ihr die Hand auf die Hüfte gelegt und übte ein bisschen Druck aus. „Na na, meine Damen.“, er seufzte, „Wir haben kein Problem damit, wenn Sie ein bisschen zugucken wollen. Sie können auch gerne mitspielen, wenn Sie möchten.“ In welche Situation hatte die Dämonin ihn denn da bloß hinein geritten? Er hätte vielleicht doch besser von Anfang an das Ruder übernehmen sollen. „Aber wenn es Sie stört, dass meine Freundin auch dabei ist ... wir können uns auch gerne mal zu zweit auf einen Kaffee treffen?“ Hoffentlich versaute es ihm Befana jetzt nicht. Sie schien es zu unterschätzen, was es bedeutete, eine Verbündete in der Menschenwelt zu haben. Und Lorcan graute vor dem Gedanken an einen Zickenkrieg, wie Befana ihn vorher angezettelt hatte. Wenn irgendeine jetzt noch eine bissige Bemerkung zu der anderen machte, ging er. So etwas sollten sie sich unter sich ausmachen und ihn damit nicht belasten. Er wollte doch mit der blonden jungen Frau nichts anfangen, sondern nur ihre Beobachtungen über die Bucht hier hören. Erklärend fügte er zu seiner Kaffee-Einladung noch dazu: „Wir sind nicht miteinander verbunden.“ Würde sie zusagen? Irgendwie sah sie zu ‚brav’ aus, um eine Einladung von einem Mann, der gerade mit seiner Freundin unterwegs war, anzunehmen. Aber in den Unterlagen über die Menschenwelt hatte er gelesen, dass die meisten jungen Frauen hier einen sogenannten ‚Bad Boy’ suchten, der sich dann als ihr Ritter entpuppte. Ziemlich verwirrend, die Frauen. Genau deshalb hatte er bislang lieber die Finger davon gelassen.
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Beitrag  Befana Do Jan 06 2011, 09:42

„Wwwas..?“ war die erste Reaktion der Hexe auf ihre Rede. Zuvor hatte sie auch auf die Fragen von Lorcan geantwortet, aber da hatte sie nicht mal richtig zugehört.
Befana zog leicht die Augenbrauen hoch, sehr wortgewandt schien sie also auch nicht zu sein. Aber was erwartete sie schon von ihr.
„Passen sie bloß auf, wie sie mit mir reden, sie garstiges Biest! Ich habe ihnen nichts getan und sie beide zu stören, war nicht meine Ansicht. Doch mir zu unterstellen, ich spanne gerne andere Pärchen aus, ist die Höhe!“ schrie die Hexe und ergänzte dann, indem sie sich näher an sie heran lehnte: „Vielleicht tun sie das ja gerne“, ihr Blick glitt geringschätzig über ihr Outfit, „so wie sie aussehen.“
Die Dämonin stand die ganze Zeit nur ruhig da, mit einem selbstgefälligen Grinsen auf den Lippen. Fast schon war sie amüsiert, dass die kleine gute Hexe doch so ausfällig werden konnte. Aber von so einer würde sie sich ganz sicher nicht provozieren lassen, auch wenn ihr der Gedanke kam, sie mal ein bisschen frieren zu lassen bei dem Sonnenschein hier.
„Ich würde aufpassen, wenn ich etwas über das Aussehen der anderen sage,“ zischte sie der Hexe entgegen. „auch wenn ich die falsche Kleidung für den Strand anhabe, so bin ich doch zum Glück kein Blondchen.“
In diesem Moment legte Lorcan einen Arm um sie und zog sie näher zu ihm, um einen warnenden Druck auf ihrer Hüfte auszuüben.
Wütend drehte sie ihren Kopf in seine Richtung. Sie wollte ihm gerade ein: „Lass mich gefälligst los,“ entgegen knurren, als er aber schon wieder weitersprach: „Na na meine Damen. Wir haben kein Problem damit, wenn Sie ein bisschen zugucken wollen. Sie können auch gerne mitspielen, wenn Sie möchten.“
,Was soll das jetzt?‘ schoss es Befana in den Kopf. Eigentlich war es ihr Plan, die Hexe damit in die Flucht zu schlagen, konnte ja keiner ahnen, dass sie doch auf einmal eine Persönlichkeit bekam, und nicht, dieses doofe Spiel noch weiter zu führen. Aber bereits seine nächsten Worte beruhigten sie wieder.
„Aber wenn es Sie stört, dass meine Freundin auch dabei ist ... wir können uns auch gerne mal zu zweit auf einen Kaffee treffen?“ und ergänzte nach ein paar weiteren Minuten noch, dass sie zwei nicht miteinander verbunden waren.

Die Dämonin verdrehte sie Augen. Was wollte er bloß mit diesem Blondchen anfangen?
Geschickt riss sie sich aus seiner Umklammerung und stellte sich ein paar Meter weiter mit verschränkten Armen hin. Würde die Hexe auf sein Angebot eingehen? Auch noch, wenn sie wüsste, dass sie es hier mit einem Dämon zu tun hat? Aber sie verstand nicht, was Lorcan an ihr fand. Gefiel sie ihm etwa? Oder dachte er, dass die mehr über diese seltsamen Fussspuren wusste? Das bezweifelte sie doch stark. Sie glaubte kaum, dass ausgerechnet sie eine große Hilfe wäre. Wäre sie der bösen Seite zugewandt, vielleicht. Aber den guten Hexen stand doch sowieso immer ihr Gewissen und alles im Weg. So bald es auf sie ankam, dachten sie, sie könnten durch Worte und gut Zureden alle Probleme lösen. Wie lächerlich!

Aber eigentlich konnte es ihr doch recht sein, wenn die beiden nun zusammen verschwanden, dann konnte sie endlich ihre Aufgabe zu Ende bringen, auch wenn sie dann wieder keine Hilfe hätte. Frustriert seufzte sie. Aber sie würde es auch alleine schaffen, schließlich musste sie nichts anderes tun, als Balthasar zu bespitzeln. Bestenfalls bekam er gar nicht mit, dass sie sich in seiner Nähe aufhielt, so dass es zu keinem Kampf kommen würde.
Sie schaute die beiden an. „Dann werde ich ja nicht mehr gebraucht nehme ich an,“ meinte sie.
„Dann muss ich mich mal wieder auf den Weg machen, schließlich habe ich wichtigeres zu tun,“
Das Wort ,wichtigeres‘ betonte sie extra, dass Lorcan gleich kapierte, was sie meinte.
„Also, wenn niemand mehr etwas von mir braucht mache ich mich mal auf die Suche?“
Fragend schaute sie noch einmal zu ihrem ebenfalls dämonischen Gegenüber.
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Beitrag  Mariketa Favell Sa Jan 22 2011, 14:01

Eine leichte Brise die vom Meer her kam, raschelte in den Bäumen. Nicht mehr lange und der Sommer hielt Einzug in New Orleans. Diese waren meist heiß und trocken. Letztes Jahr litt Louisiana unter einer schlimmen Dürreperiode. Schon im Frühjahr waren die Blumen und Blätter verdorrt. Selbst die widerstandfähigsten Pflanzen und Bäume drohten abzusterben. Das Wetter spielte schon seit einigen Jahren vollkommen verrückt. Mancher Orte der Erde waren von Flutkatastrophen heimgesucht worden. Dort fiel der Regen – den man hier gerne sah - in Rekordzeit. Gestern hatte es noch geregnet und gewittert, doch vielleicht war gestern das letzte Mal gewesen.

Abwartend stand Mariketa den beiden Fremden gegenüber. Sie konnte praktisch fühlen, wie die Luft um sie herum, sich plötzlich merklich abkühlte. Die dunkelhaarige Frau funkelte sie angriffslustig an. „Ich würde aufpassen, wenn ich etwas über das Aussehen der anderen sage, auch wenn ich die falsche Kleidung für den Strand anhabe, so bin ich doch zum Glück kein Blondchen“, zischte sie ihr entgegen und vor lauter Empörung entglitt der jungen Hexe die Mimik. In ihrem Kopf suchte sie schnell nach einer gezielten passenden Antwort, doch dazu fehlten ihr gerade die Worte. Schlagfertigkeit war nicht gerade ihr Repertoire. Ihre ältere Schwester war da begabter als sie. In diesem Moment überlegte sie, was Lunara wohl in ihrer Situation gemacht hätte. Mari schüttelte den Kopf. Bestimmt wäre es schon längst zu Handgreiflichkeiten gekommen, oder Luna hätte längst ihre Magie eingesetzt. Doch sie war doch das komplette Gegenteil ihrer Schwester. Was war also los mit ihr? So aggressiv kannte sie sich selbst nicht wieder! Sie schloss ihren Mund und räusperte sich unbehaglich.

Der Mann legte seinen Arm beruhigend um die Frau und zog sie etwas näher an seinen Körper. Sie musste keine Gedanken lesen, um sein Missfallen an dem – unnötigen – Streit zu erkennen. „Na na, meine Damen.“, sagte er zu sie beide gerichtet und seufzte ein wenig, „Wir haben kein Problem damit, wenn Sie ein bisschen zugucken wollen. Sie können auch gerne mitspielen, wenn Sie möchten.“
Huh? Was sollte den dieser Satz bedeuten? Mari schaute überrascht und vollkommen verwirrt zu ihm hin. Doch dann wurde sie noch wütender. Am liebsten hätte sie.... Die Magie knisterte schon unheilverkündend in der Luft. Halte jetzt besser deinen Mund, dachte Mariketa. Es wäre für alle Beteiligte das Beste, wenn du jetzt schleunigst von hier verschwindest. Und das auf Nimmerwiedersehen! Diese Leute sind eindeutig Geistesgestört und pervers!
Ihre Füße machten sich schon an die Arbeit und langsam ging sie Schritt für Schritt Richtung Wald zurück, woher sie vor wenigen Minuten erst gekommen war.
„Aber wenn es Sie stört, dass meine Freundin auch dabei ist ... wir können uns auch gerne mal zu zweit auf einen Kaffee treffen?“ Ihre Augen weiteten sich. Zuerst dachte sie, dass sie verhört hatte, doch sofort war ihr klar, dass er sie wirklich gerade zu einem Kaffee eingeladen hatte. Ihr Blick huschte zwischen den beiden hin und her. Bei seinen Worten verdrehte die Frau ihre Augen zum Himmel, löste sich aus seiner Umarmung und schritt einige Meter davon. Dann meine sie viel mehr zu ihm, als zu ihr, das sie dann ja nicht mehr gebraucht würde. Mari atmete erleichtert aus. Um dieser „Person“ nicht länger mehr ertragen zu müssen, würde sie alles und jedem zustimmen. Also warum sollte sie nicht mit ihm etwas trinken gehen? Ah, stimmt. Die Tatsache, dass sie beide gerade erst begegnet war und überhaupt nicht kannte. Außerdem hatten sie sich noch nicht einmal vorgestellt. Also nochmal, warum sollte sie es also tun? Die junge Hexe konnte nicht riskieren schon wieder in Schwierigkeiten reinzustolpern. War nicht immer "Bleib wachsam, meide heikle Situationen und komm heil nach Hause“ ihre Devise? Jedoch konnte sie ein wenig Zerstreuung ganz gut gebrauchen. Vielleicht war der Mann ganz nett und sie verurteilte ihn vorschnell. Erneut schaute sie ihn genau an, ließ ihren Blick von seinen Schuhen bis hin zu seinen dunklen, verwuschelten Haare hinaufwandern. Eins musste sie zugeben, schlecht sah er ganz gewiss nicht aus. Er strahlte eine gewisse Anziehungskraft aus, die Mari schon immer an Männern gemocht hatte.
Ihr Hirn arbeitete auf Hochtouren. Aus weiter Ferne hörte sie ein Rauschen, das ihr in Erinnerung rief, dass die Straße nicht allzu weit entfernt war. Sie hob eine Hand an die Stirn, weil ihr plötzlich schwindelig geworden war. Das mussten die Nachwirkungen der Strapazen der letzten Tage sein. Was anderes konnte sie sich sonst nicht vorstellen. Krank fühlte sie sich nicht und um einen Sonnenstich zu haben, war sie nicht lange genug draußen um einen zu bekommen.
Schließlich nickte sie. „In Ordnung. Ein Kaffee hört sich nicht schlecht an. Wissen sie zufällig ein Café in der Nähe?“ Mariketa kannte sich zwar in New Orleans wie in ihrer Westentasche aus, doch diesmal musste sie passen. Am Strand war sie viel zu selten, um alle Geschäfte in der unmittelbaren Umgebung zu kennen. „Wie heißen sie überhaupt? Sie haben sich mir noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Mari.“


Tbc.: New Orleans Cajun Café am Strand


Zuletzt von Mariketa Favell am So Feb 06 2011, 14:15 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  Lorcan Sa Jan 22 2011, 15:42

Befana hatte sich von ihm losgerissen. Anscheinend war sie gar nicht damit einverstanden, dass er die blonde Hexe zu einem Kaffee einlud. Auch egal, schließlich musste er nicht um Erlaubnis fragen. Jetzt schmiss sie ihm ein paar Worte an den Kopf, und Lorcan musste sich zur Beherrschung zwingen. Warum musste sie immer wieder nachlegen? Als sie endlich eine Pause machte und ihn fragend ansah, nutzte ihr Gegenüber die Ruhe und nahm die Einladung an. "Keine Sorge, hier kenne ich mich aus.", erwiderte er ihr. Dann überlegte er kurz. Von Anfang an war ihm eigentlich klar gewesen, dass er Befana helfen wollte. Nicht, weil sie ihm irgendwie symphatisch war, sondern eigentlich, um endlich wieder eine Beschäftigung zu haben. Es war ihm vorher überhaupt nicht klar gewesen, dass er sich langsam schon ein wenig langweilte. "Ich habe aber vorher noch etwas mit meiner Freundin zu besprechen", entschuldigte er sich bei der blonden Frau und ging zu Befana. "Komm, wir gehen ein Stück weiter weg, das ist nicht für ihre Ohren bestimmt.", raunte er der Dämonin zu. Nach ein paar Schritten hielt er und wandte sich wieder ihr zu. "Ich werde dir helfen, Balthasar zu finden. Allerdings weißt du, dass ich nicht in die Dämonenwelt kann. Das bedeutet, meine Hilfe bezieht sich auf die Elfen- und auf die Menschenwelt." Wie würde sie reagieren? Bevor sie etwas sagen konnte, fuhr er fort: "Auch werde ich dir nicht ohne Gegenleistung helfen. Daher schlage ich dir einen Handel vor.", er sah sie scharf an, "Ich benötige einige Dinge aus der Dämonenwelt. Du kannst dich in der Dämonenwelt ungehindert bewegen, bis auf die Tatsache, dass dich dein Auftraggeber nicht sehen darf. Daher wirst du, sobald du auf dem Dämonenmarkt aus dem Portal bist, sofort zum ersten Stand auf der linken Seite gehen. Sag ihr, dass ich dich schicke und dass du dich verbergen musst. Sie kann dir einen Zauber geben, mit dem du für deine Feinde 24 Stunden nicht aufspürbar bist. Der Zauber ist teuer und selten, und wirkt nur, wenn du ihn wirklich nötig hast. Ihr Preis wird dir seltsam erscheinen. Wenn du sie jedoch auf deiner Seite hast, ist sie eine mächtige Hilfe. Versuche nicht, sie zu täuschen, denn das bezahlst du mit deinem Leben." Erwartungsvoll sah er Befana an. Würde sie den Handel akzeptieren? Wenn sie zusagte, würde er ihr die Dinge sagen, die er noch benötigte. Das war nicht viel, ein paar spezielle Kräuter und Tränke, und einen neuen Umhang. Dinge, die sie in den 24 Stunden leicht besorgen könnte. Dazu hätte sie noch Zeit, um weitere Informationen über diesen Balthasar zu sammeln. Nun lag es an ihr. Theoretisch gesehen, war der Handel zu ihrem Vorteil. Praktisch gesehen, zog er auch einen gewissen Nutzen daraus. Er würde wieder einmal Spaß haben, richtigen Spaß. Denn nicht viel bereitete ihm mehr Freude, als in den Kampf zu ziehen, jemanden zu verfolgen und zu töten. "Also?", fragte er die Dämonin.

Hoffentlich ging er kein Risiko ein, wenn er sie zu der Alten schickte. Doch diese verstand sich nicht nur ausgezeichnet auf das Herstellen hochpotenter Tränke, sondern auch darauf, zu erkennen, ob jemand die Wahrheit sprach. Sie konnte bis zum Grund der Seele sehen. In Lorcans Fall wohl eher über den Abgrund hinaus. Er konnte nicht selber gehen, denn der Trank konnte innerhalb eines Zeitraums nicht allzu oft angewandt werden, und er hatte letztes Jahr bereits einen verbraucht.
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Beitrag  Befana So Jan 30 2011, 12:11

Befana beobachtete ihre Gegenüber genau. Nach ihrem letzten Satz veränderte sich die Mimik der Hexe, doch sie erwiderte nichts darauf. Bestätigt grinste die Dämonin in sich hinein. Sie hatte es doch gewusst. Frech werden konnten diese kleinen Hexen, aber mehr dann meist doch nicht.
Etwas ungeduldig fing sie an, mit ihrem Fuß kleine Kreise in den Sand zu zeichnen. Sie wartete nur noch darauf, bis Lorcan ihr bestätigte, dass sie gehen konnte. Natürlich brauchte sie dafür keine Erlaubnis, weder von ihm noch von der Hexe, aber es wäre nicht ihre Art gewesen einfach ohne ein Wort abzuhauen.
Auf Lorcans Frage antwortete die Hexe noch, dass sie gerne einen Kaffee mit ihm trinken würde und stellte sich noch als Mari vor, nachdem sie nach seinem Namen gefragt hatte.
Die Dämonin zog ihre Augenbrauen leicht hoch. Da sollte mal einer diese Frau verstehen! Sie hätte einen Teufel getan, mit einem Mann, der ihr so billig daher kam, wie Lorcan dieser Mari, etwas trinken zu gehen. Nicht einmal mit dem Rücken hätte sie ihn noch angeschaut, aber wieder fragte sie sich, was sie denn von ihr erwartet. Niveau schien in der Menschenwelt wohl nicht weit verbreitet zu sein. Immer mehr machte sich das Bedürfnis in ihr breit, diese seltsame Welt so schnell wir möglich wieder zu verlassen.

„Komm, wir gehen ein Stück weiter weg, das ist nicht für ihre Ohren bestimmt,“ vernahm sie auf einmal Lorcans Stimme. Etwas verwirrt schaute sie zu ihm hinüber. Was sollte das nun? Hatte er zuvor irgendetwas gesagt, was sie nicht mitbekommen hatte? Inzwischen war er bereits ein paar Schritte entfernt, sie folgte ihm. Als sie sicher sein konnten, dass die Hexe sie nicht mehr hörte begann Lorcan zu sprechen.
„Ich werde dir helfen, Balthasar zu finden. Allerdings weißt du, dass ich nicht in die Dämonenwelt kann. Das bedeutet, meine Hilfe bezieht sich auf die Elfen- und auf die Menschenwelt."
Sie kniff ihre Augen zusammen. Gerade wollte sie fragen, wieso er nicht in die Dämonenwelt konnte, doch da sprach er bereits weiter, dass er dafür eine Gegenleistung von ihr erwartete, dass sie ihm einige Sachen aus der Dämonenwelt brachte. Er erklärte ihr, dass sie zuvor an einen Stand sollte, um einen Trank zu kaufen, mitdem man für 24 Stunden für seine ,Feinde‘ unsichtbar wäre, so dass Cane sie nicht entdecken würde, dass sie zurück war. Allerdings müsse sie aufpassen, da die Verkäuferin am Stand merkte, wenn man sie täuschte und man dann mit seinem Leben zahlte.
„Also?“ fragte ihr dämonischer Gegenüber abschließend.
Leicht schüttelte sie den Kopf, daher wehte der Wind also!
„Du willst mich doch nur dort hin schicken, weil du mir immernoch nicht traust.“ sagte sie kühl.
Natürlich, würde die Standbesitzerin ihr nichts tun, hatte er die Gewissheit, dass sie die Wahrheit sprach, würde sie sie töten. dann würde er wissen, dass sie doch andere Pläne hatte, als sie angab. Befana verdrehte die Augen. Hielt er sie etwa echt für so doof, dass sie auf eine so durchschaubare Prüfung herein fiel?
Solangsam verlor sie echt die Lust an diesem Spielchen.
„Hälst du mich wirklich für so blöd?“ fragte sie und verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust.
„Aber ich kann dir gleich sagen, dass sie mich nicht töten wird. Ich bin gerade wohl die Einzige hier, die fair spielt. Weißt du, ich finde Balthasar auch alleine. Im Suchen bin ich unschlagbar, was denkst du, wieso man gerade mich dafür angeheuert hat? Weil ich ihm einen Gefallen schulde, auch, aber auch, weil man über mich weiß, dass ich jeden finde, den ich will. Und wäre ich nicht durch dieses Portal dummerweise ausgerechnet hier gelandet und auf euch gestoßen, hätte ich ihn auch längst gefunden und könnte alle Infos liefern, die Cane über ihn wissen wollte.“
Dann fiel ihr wieder etwas ein. „Wieso darfst du als Dämon eigentlich nicht in die Dämonenwelt? Und antworte ehrlich, immerhin brauchst du mich, oder wer soll dir sonst deine benötigten Utensilien besorgen?“
Bittersüß lächelte sie ihn an. Vielleicht würde sie trotzdem in die Unterwelt zurück gehen und ihm seine Sachen besorgen. Nicht, weil sie seine Hilfe brauchte. Aber sie hatte wahrlich kein Interesse, sich erneut in die Schuld eines anderen Dämons zu begeben. Sie hatte auch immer mehr das Bedürfnis, Balthasar gar nicht mehr weiter zu suchen. Es wäre so viel einfacher, Cane einfach zu beseitigen, wenn sie schon zurück in die Unterwelt ging. Doch noch gefiel ihr dieser Gedanke nicht gänzlich, immerhin wäre sie ohne ihn nun vielleicht gar nicht mehr hier und wer betrügt schon gerne denjenigen, der einem selbst das Leben gerettet hat?
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Beitrag  Lorcan Mo Jan 31 2011, 17:57

Befana glaubte, er wollte sie nur testen. „Aber ich kann dir gleich sagen, dass sie mich nicht töten wird. Ich bin gerade wohl die Einzige hier, die fair spielt. Weißt du, ich finde Balthasar auch alleine. Im Suchen bin ich unschlagbar, was denkst du, wieso man gerade mich dafür angeheuert hat? Weil ich ihm einen Gefallen schulde, auch, aber auch, weil man über mich weiß, dass ich jeden finde, den ich will. Und wäre ich nicht durch dieses Portal dummerweise ausgerechnet hier gelandet und auf euch gestoßen, hätte ich ihn auch längst gefunden und könnte alle Infos liefern, die Cane über ihn wissen wollte.“ Kurze Pause, und Lorcan wollte schon zum Sprechen ansetzen, doch sie fiel ihm wieder ins Wort: „Wieso darfst du als Dämon eigentlich nicht in die Dämonenwelt? Und antworte ehrlich, immerhin brauchst du mich, oder wer soll dir sonst deine benötigten Utensilien besorgen?“ Geziert lächelte er sie an und gab ihr dann eine Antwort. „Wenn ich dich aus dem Weg haben wollte, hätte ich dich wohl an einen anderen Stand gesandt.“ Er wartete ihre Reaktion gar nicht ab, sondern fuhr fort: „Ich bezweifle deine Fähigkeiten nicht. Doch denke ich auch, dass es zu zweit einfacher wäre. Bezüglich deiner Frage, warum ich nicht in die Dämonenwelt kann: das hab ich dir doch vorhin erklärt! Und nein, unbedingt bin ich nicht auf deine Hilfe angewiesen, aber wenn du schon mal da bist ...“ Seine Stimme war ruhig geblieben und er blickte sie mit unbewegter Miene an. „Ich würde in deiner Schuld stehen. Du musst mir da schon vertrauen, sonst kann ich dir nicht helfen. Ich baue auch darauf, dass du nicht sofort meinen derzeitigen Aufenthaltsort verrätst.“ Was zögerte sie noch?

Er spürte, wie die kleine Hexe langsam ungeduldig zu werden schien und sah kurz zu ihr hinüber. Doch sie stand noch immer da und machte keine Anstalten, weg zu laufen. Also wandte er sich wieder Befana zu. Irgendwie konnte er sehr gut verstehen, dass sie misstrauisch war. Wenn er in ihrer Situation wäre, würde er dann auf so einen Handel eingehen? Kam ganz darauf an. Auf jeden Fall würde er sich vorher über den anderen informieren. Das konnte sie ruhig, er hatte eigentlich nichts zu verbergen und auch keine dunklen Flecken in seiner Akte. Bis auf die Tatsache, dass er den höherrangigen Dämonen getötet hatte. Doch auch das war nirgends vermerkt, dank seines Vorgesetzten. Bloß die Abtrünnigen waren stets darum bemüht, ihn in Misskredit zu bringen. Und leider waren sie derzeit stärker als ‚seine’ Seite. Sein Vorgesetzter versuchte, schrittweise die Übeltäter zu enttarnen und vorsichtig, mehr Dämonen aufzuklären. Doch das klang leichter, als es war. Sehr viel Fingerspitzengefühl war notwendig. Ein paar Jahre noch, dann war es vermutlich ausgestanden. Was waren schon ein paar Jahre im Vergleich zu einem Dämonenleben?

Natürlich hatte er ein Problem, wenn sie ihn hinterging. Wenn sie ihn verriet, musste er schleunigst flüchten. Klar, ein paar Orte hatte er noch in der Hinterhand, aber eigentlich wollte er New Orleans nicht verlassen. Zumindest wollte er nicht dazu gezwungen sein. Dazu gefiel es ihm viel zu gut hier. Die ganze Lebensweise, die fröhlichen Menschen, das leckere Essen, in all dem fiel er nicht auf, er konnte sich wunderbar verstecken. Wenn er hingegen wo anders hin musste, musste er sich praktisch wieder ein neues Leben aufbauen, eine neue Story ausdenken, sich neu zurechtfinden. Hoffentlich vermasselte ihm Befana sein jetziges Leben nicht.
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Beitrag  Befana So Feb 06 2011, 13:23

„Wenn ich dich aus dem Weg haben wollte, hätte ich dich wohl an einen anderen Stand gesandt.“ erwiderte Loran schließlich auf ihre Worte. Leicht zog Befana ihre Augenbrauen hoch, doch bevor sie etwas darauf erwidern konnte, sprach er bereits weiter: „Ich bezweifle deine Fähigkeiten nicht. Doch denke ich auch, dass es zu zweit einfacher wäre. Bezüglich deiner Frage, warum ich nicht in die Dämonenwelt kann: das hab ich dir doch vorhin erklärt! Und nein, unbedingt bin ich nicht auf deine Hilfe angewiesen, aber wenn du schon mal da bist. Ich würde in deiner Schuld stehen. Du musst mir da schon vertrauen, sonst kann ich dir nicht helfen. Ich baue auch darauf, dass du nicht sofort meinen derzeitigen Aufenthaltsort verrätst.“
Erneut verschränkte sie die Arme vor ihrer Brust. Wieso verstand er sie nicht? Ihr ging es nicht darum, ob er sie nun los werden wollte oder nicht, das war ihr ehrlich gesagt vollkommen egal. Sie störte sie nie groß daran, was andere von ihr hielten, ob sie ihnen auf die Nerven ging oder gar im Weg stand. Sie musst einzig und alleine wissen, ob er ihr immernoch misstraute. Denn wenn es so wäre, dann wäre eine spätere Zusammenarbeit mit ihm gar nicht möglich. Und würde sie nun einfach in die Unterwelt verschwinden, würde sie das auch nicht mehr herausfinden, zumindest nicht mehr rechtzeitig. Die Dämonin seufzte leise auf, während sie ein paar Schritte nach links, dann wieder ein paar in die andere Richtung ging. Sie fragte sich, wer denn diese geheimnissvolle Fremde war, die dem Zauberspruch besaß, andere vor ihren ,Feinen‘ unsichtbar zu machen und angeblich jedem Wesen sofort ins Innere schauen konnte und somit die Wahrheit erkennen konnte. Noch nie hatte sie von ihr gehört, was bestimmt nur nicht daran lag, dass sie Orte wie den Dämonenmarkt, in denen sich zu viele Wesen auf einmal tummelten, für gewöhnlich mied. Sie vermutete eher, dass sie einfach nicht gekannt werden wollte, dass sie sich nur den Menschen, die sie selbst auswählt zeigte. Zumindest ihre wahren Fähigkeiten. Ihren Stand konnte man dort bestimmt nicht übersehen, Stände, an denen alle möglichen Elixiere verkauft werden, waren beliebt, immer tummelte sich eine Schlange Dämonen davor. Doch sie konnte durchaus alle anderen glauben lassen, sie sei eine der üblichen Verkäuferinnen solcher Mixturen. Ihre wahren Kräfte vertuschen, einfach auch für alle, die sie nicht auswählte, sie seien es wert, unsichtbar machen. Befana musste unbedingt mehr über diese Dämonin erfahren. Ihre Fähigkeiten und Tränke konnten sehr nützlich sein, auch wenn sie solche Tränke ansonsten eher verachtete. Aber wenn sie durch sie einen Weg finden würde, für andere unsichtbar zu werden, dass sie nur noch die Dämonen finden konnte, die sie auswählte, dann wäre das eine feine Sache, eine sehr feine Sache natürlich. Auch nun war sie in der Unterwelt nicht all zu bekannt, weil sie schon seit jeher ein zurückgezogenes Leben bevorzugte. So gab es einige, die sie nichtmal als Baal‘s Tochter erkennen würden, selbst wenn sie vor ihnen stand, weil über ihr Aussehen einfach nichts bekannt war. Ein Lächeln durchzog ihre Lippen. Sie musste diese Frau finden, sie dazu bringen, ihr ihre Kräfte zu verraten und sie mit ihr zu teilen. Nie mehr würde sie jemandem einen Gefallen tun müssen, wenn sie in jemandens‘ Schuld stand, würde sie sich einfach vor demjenigen unsichtbar machen. Lorcan meinte zwar, dass dies nur für eine bestimmte Zeit wirkte und danach nicht gleich wieder angewandt werden konnte, aber vielleicht waren seine Informationen auch nicht vollständig, schließlich konnte sie nun noch nicht einschätzen, in wie weit er die geheimnisvolle Fremde tatsächlich kannte.

Ihr Blick huschte zu der Hexe, welche die ganze Zeit ungeduldig auf ihrem Platz gewartet hatte, solange sie redeten. Inzwischen schien er das Wohl zu bunt zu werden, sie schien keine Lust mehr auf Warten zu haben, schaute zu Lorcan herüber, als wolle sie ihm damit klar machen, dass er endlich kommen solle. Befana drehte ihren Blick wieder weg, widmete ihn wieder Lorcan.
„Ich werde dir die Sachen, die du benötigst besorgen,“ begann sie, ergänzte aber gleich noch: „Aber erst später. Ich werde euch begleiten, noch habe ich zu viele Fragen, an dich und ehrlich gesagt würde ich auch gerne ein paar Sachen von der Hexe wissen, um nun schon zu gehen. Du kannst mir vertrauen, sobald ich alles weiß, was ich wissen will, werde ich mich verabschieden und deine Sachen suchen gehen.“
Ohne zu warten, ob er damit einverstanden war setzte sie sich in Bewegung, ging in Richtung der Hexe. Als sie diese erreicht hatte, wartete sie, schließlich wusste sie noch nicht, wo genau sie vorhatten hin zu gehen. Sie musste sich ein Lachen unterdrücken, der Hexe würde es sicherlich nicht gefallen, dass sie sich noch eine Weile zu ihnen gesellte. Aber vielleicht könnte sie ihr ja Antwort stehen, in wie weit solche Fähigkeiten, die die von Lorcan erwähnten, genutzt werden konnten. Auch wenn es den Dämonen nicht gefiel, aber im Gebiert der Zaubertränke, und allem, was dazu gehörte, waren die Hexen den Dämonen immernoch überlegen. Ein Knurren entkam ihrer Kehle, schon alleine bei diesem Gedanken würgte es sie, aber es war nunmal eine Tatsache. Es war auch gut möglich, dass diese Frau, die der Stand gehörte, gar keine Dämonin war, sondern eine Hexe. Aber auch dies würde sie bald heraus finden. Nun musste sie nur noch warten, bis Lorcan endlich zu ihnen stieß und sie in diesem Cafe ankamen, oder wo auch immer die beiden hin wollten.

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Beitrag  Lorcan Di Feb 22 2011, 14:40

Es dauerte eine Weile, bis Befana in seinen Vorschlag einwilligte. Allerdings wollte sie nicht gleich in die Dämonenwelt gehen, sondern erst Lorcan und Mari begleiten. Gut, ihm sollte es recht sein. Solange sie nicht wieder zu herumzicken begannen. Gleich nach ihrer Zusage bewegte Befana sich auch schon auf die blonde Hexe zu. Die kannte sich jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr aus. Zuerst stritten sie miteinander, und nun wollte Befana mitgehen. Lorcan eilte der Dämonin nach und zuckte zu Mari entschuldigend mit den Schultern. „Meine Freundin möchte gerne noch mitkommen in das Café. Ich hoffe, du hast nichts dagegen?“ Er setzte einfach voraus, dass Mari nichts einzuwenden hatte. Denn auch wenn er Befana erst seit Kurzem kannte, er glaubte nicht, dass sie sich auch nur von einem ihrer Vorhaben abbringen ließe. Der Feuerdämon stapfte durch den Sand, auf den schmalen Waldweg zu. Bevor er in den kühlen Schatten der Bäume trat, wandte er sich noch einmal kurz um, um sich zu vergewissern, dass die Beiden ihm folgten. Begeistert atmete er die frische Luft ein, in der immer wieder ein Hauch der Meeresbrise zu spüren war. Die Welt der Menschen war so schön, warum setzten sie alles daran, sie zu zerstören? Doch auf Dauer hier zu leben war bestimmt auch nicht ganz so einfach. Man müsste stets Acht geben, seine Fähigkeiten zu verbergen und das war in manchen Situationen etwas schwierig. Zum Beispiel wenn, wie vor ein paar Tagen, einer älteren Frau mitten auf der Straße die Handtasche entrissen wurde. Lorcan hatte aufpassen müssen, dass er nicht die Beherrschung verlor. Bemüht, nicht schneller zu laufen als ein Mensch, hatte er den Gauner verfolgt und gestellt. Nur mit menschlichen Kräften war dies ziemlich schwierig gewesen. Ein weiterer Grund, seine Kräfte nicht einzusetzen, war, dass ihn seine Feinde dadurch relativ rasch aufspüren konnten. Hoffentlich klärte sich die Sache bald einmal, dann könnte er auch wieder zurück in die Dämonenwelt, in sein Anwesen. Sein General hatte derweilen ein Auge darauf und passte auf, dass niemand es verwüstete oder gar andere Dummheiten damit anstellte.

Hin und wieder drehte er den Kopf ein wenig, um zu sehen, ob die zwei Frauen noch da waren. Bewusst begann er kein Gespräch mit der Hexe, er wollte sie erst in dem Café mit der Tatsache, dass die beiden Dämonen wussten, was sie war, konfrontieren. Unter so vielen Leuten würde sie es nicht wagen, auf sie loszugehen. Hoffentlich.

Nach kurzer Zeit ging es steil bergan und der Weg endete auf einem Parkplatz. Es standen nicht sehr viele Autos da und Lorcan überlegte, welcher Wagen wohl zu der Hexe gehörte. Er konnte sich aber nicht so recht entscheiden, sie war ein bisschen schwierig einzuschätzen. Gut möglich, dass sie auch mit einem öffentlichen Verkehrsmittel gekommen war. Ein paar Meter weiter vorne befand sich eine Bushaltestelle. Der Dämon wartete auf seine beiden Begleiterinnen und wandte sich dann an die blonde Frau. „Möchtest du deine Badetasche hier lassen?“ Nach dieser Frage ging er langsam in Richtung des Gehwegs. Eine Gruppe junger Mädchen auf Inlineskates kam ihm entgegen und er wich ihnen aus, was sie prompt mit einem Kichern quittierten. Ein wenig irritiert blieb er stehen. Hatte er etwas Falsches getan? Sollte man nicht aus dem Weg gehen? Den drei Joggern, die jetzt auf ihn zukamen, stellte er sich aber trotzdem lieber nicht in den Weg. Zum Glück war es nicht sehr weit zum Café, irgendwie war er jetzt so gar nicht mehr gut gelaunt. Lag es an den Gedanken an sein Zuhause?

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